Archiv der Kategorie: SM-Misc

Weana, die Richtung Stimmt! – Mit dem Rad von Wien ans Meer

Heuer haben wir vollbracht, was wir letztes Jahr kurzfristig hitzebedingt verworfen hatten: Wir sind mit dem Rad ans Meer gefahren!

Von der Haustür weg führte unsere Route nach Neusiedl, die Ungarisch-Österreichische Grenze entlang, durch die Südsteiermark nach Maribor. Hier schummelten wir etwas und nahmen den Zug nach Koper, wo wir dann die Küste entlang bis nach Venedig radelten.

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Tag 1: Wien Taborstraße nach Neusiedl am See – 65 km, 110 m bergauf
Die Strecke kannten wir schon, von dem her war es motivationstechnisch einfach. Es geht fast die ganze Zeit bergab und die Gegend ist schön. Erschwerend kam hinzu, dass ab der Stadtgrenze für über zwei Stunden Regen angesagt war. Wir ließen uns nicht unterkriegen, zogen unsere Regenmontur an und radelten voran.

Später verzogen sich die Wolken und wir konnten in Neusiedl am See noch einen schönen Nachmittag verbringen. Am Abend luden wir Martina und Stephan zum Abendessen in den Heurigen ein, als Dankeschön, dass wir die erste Nacht unserer Tour bei ihnen verbringen durften.

Tag 2: Neusiedl am See nach Deutschkreutz – 60 km, 160 m bergauf
Das Wetter war instabil angesagt. Ab Mittag sogar gute Chancen auf Gewitter. Also hielten wir uns flexibel. Als erstes gab es ein Frühstück in Podersdorf. Dann ging es weiter nach Illmitz von wo wir eine Fähre nach Mörbisch nahmen. Beim Mittagessen stellte sich heraus, dass sich die Wetterwarnungen verflüchtigt hatten. Also buchten wir ein Zimmer in Deutschkreutz und fuhren dorthin.

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Tag 3: Deutschkreutz nach Velem – 41 km, 420 m bergauf
Die Wetterprognose blieb besorgniserregend, also wählten wir weiter den vorsichtigen Ansatz. Zu Mittag merkten wir dann, dass unsere Flexibilität nicht nur Vorteile hat. Wir fanden keine Unterkunft, die direkt auf unserer Strecke und in angenehmer Distanz lag. Also machten wir einen kleinen Umweg in das Bergdörfchen Velem.

Dass die Strecke etwas kürzer war, war durchaus von Vorteil. Die ersten Ermüdungserscheinungen traten ein und erstmals mussten wir tatsächliche Bergauf-strecken überwinden (gelegentlich auch schiebend), was Kraft und Zeit kostete. Immerhin hatten wir damit schon ein paar Höhenmeter überwunden, die sonst für den nächsten Tag angestanden wären.

Tag 4: Velem nach Jennersdorf – 77 km, 410 m bergauf
Der Tag startete mit zwei Hürden: Erstens: Wir hatten kein Frühstück in der Unterkunft und in dem Dorf war auch nichts aufzutreiben. Zweitens: die ersten paar Kilometer waren bergauf. In Bozsok fanden wir ein nettes Café und ab da ging’s lange flach dahin.

Wir wollten bis nach Jennersdorf kommen, behielten aber lange die Option offen, doch in Güssing einen Zwischenstopp einzulegen. Aber unsere Sorgen, wir wären nach 50 km schon zu Müde für einen letzten Anstieg, wurden nicht bestätigt und so schafften wir den bisher längsten Abschnitt und gönnten uns ein gutes Abendessen in Jennerdorf.

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Tag 5: Jennersdorf nach Mureck – 55 km, 380 m bergauf
Es war an der Zeit, in die Steiermark zu übersetzen. Im Burgenland war es flach, in der Steiermark auch wieder. Dazwischen ein ordentlicher Hügel. Der Höhepunkt in St. Anna am Aigen wurde mit traumhafter Aussicht belohnt.

Der Abend war dann etwas eigenartig. Wir kehrten erschöpft in einem Wirthaus/Restaurant/Hotel ein. Den Willkommens-schnaps tranken wir eigentlich nur aus Freundlichkeit. Dass uns der Wirt gleich einen Platz fürs Abendessen reservierte nahmen wir an, wobei es uns schon etwas komisch vorkam, wie wichtig es ihm war, dass wir schon um 19:00 (ca. eine Stunde nach Ankuft) gestellt sind. Eigentlich wollten wir ja nur eine Kleinigkeit essen, fanden aber mehrere Bestecke am Tisch und erkannten schnell, dass der ausgeschriebene Steirische Abend wohl ein fancy mehrgängiges Menü ist. Wir wehrten uns nicht dagegen und bekamen tatsächlich ein ausgezeichnetes Essen aus Gurkensuppe, Eierschwammerl, selbstgemachtem Tomateneis (ok, nichts für mich), Mangalitzerschweinderl und Kaiserschmarrn. Wenn wir so ein Essen haben wollten hätten wir sicher eine große Freude damit gehabt, so lagen die 45€ des unbestellten Menüs mitsamt dem voll verrechneten Willkommens-schnaps schwer im Magen. Dass wir kaum schlafen konnten, weil es im Zimmer viel zu heiß war und wir bei offenem Fenster im 15 Minutentakt dran erinnert wurden, dass eine Kirche gleich ums Eck war, wertete das Erlebnis auch nicht gerade auf. Sehr schade, dass wir nicht in den Pool springen konnten, der von unserem Fenster aus zu sehen war …

Tag 6: Mureck nach Maribor – 36 km, 190 m bergauf
Gut, dass die nächste Fahrt recht kurz war. Schlecht, dass es dennoch der längste Tag unserer Reise wurde.

Wir verließen nun endgültig Österreich und fuhren in das Innere von Slowenien, wo Maribor unser nächster Halt sein sollte. Von hier aus ging es für fast 300 km in die Berge weswegen wir beschlossen, dass wir die Strecke abkürzen. Online war nicht in Erfahrung zu bringen, wie und ob wir unsere Räder mit dem Zug transportieren konnten. Angezeigte Baustellen auf der Strecke machten es nicht einfacher.

Also informierten wir uns am Bahnhof in Maribor. Die Lösung ganz einfach: Um 3:15 ging ein Zug direkt nach Koper (mit Schienenersatzbussen kurz vor dem Ziel), da können wir unsere Räder gerne unterbringen! Also verbrachten wir einen laaangen Tag in Maribor und eine noch längere Nacht im Zug.

Tag 7: Koper – 6 km, 100 m bergauf
Am Vormittag kamen wir in Koper an und besorgten uns Frühstück. Anschließend legten wir uns ins Strandbad und genossen erstmals das Meer, was auch den Vorteil hatte, dass wir uns den Schweiß des Vortages abwaschen konnten.

Nach dem Mittagessen fuhren wir in unsere Unterkunft. Wir verfluchten abermals, dass wir so kurzfristig buchten und nur etwas 6 km außerhalb der Stadt fanden. Noch mehr verfluchten wir die letzten 2 km, die wir in praller Hitze steil bergauf schieben durften.

Aber alles war vergessen, als wir die supernette Besitzerin kennenlernten, die uns das perfekte Zimmer auf der Farm anbot. Nach einem Nachmittagsschläfchen konnten wir unsere Wäsche waschen und bekamen noch ein großartiges Abendessen aus selbst gemachten Leckereien. Wir waren richtig froh, dass wir genau in dieser Unterkunft gleich zwei Nächte gebucht hatten!

Tag 8: Portoroz
Am 8. Tag gönnten wir unseren geschundenen Körpern eine Auszeit und nahmen ein Taxi nach Portoroz, wo Sylvias Bruder und Familie zufällig gerade Urlaub machten.

Tag 9: Koper nach Triest – 28 km, 190 m bergauf
Wir setzten die Tour mit einer weiteren kurzen Strecke fort. Der Übergang von Slowenien nach Italien war wirklich hart. In Slovenien gab es fast durchgehend gut ausgebaute und gut beschilderte Radwege, in Italien hat man das Gefühl, dass Radfahrer von Verkehrsplanern gehasst werden. Oft keine Radwege und wenn mal ein paar 100m ein Radweg ist, muss man dafür auf gut befahrenen Straßen zweimal die Seite wechseln, nur um dann abrupt über eine Gehsteigkante in den Gegenverkehr entlassen zu werden.

Immerhin sind die Autofahrer durchaus aufmerksam und lassen einen sehr einfach und unaufgeregt queren. Die einzige Hupe die wir in Italien hörten war ein Wiener Neustädter, der einen Italiener anhupte, weil dieser uns über die Straße ließ …

In Triest bezogen wir die Unterkunft, stellten unsere Räder ab und hatten dann noch genug Zeit für einen netten Stadtspaziergang.

Tag 10: Triest nach Aquileia – 50 km, 80 m bergauf
Dies war der letzte Tag mit einer nennenswerten Steigung. Diese (sowie den italiensichen Verkehr) meisterten wir mit Bravour. Wir waren aber an dieser Stelle froh, dass wir so spät mit buchen dran waren, dass unser gewünschtes Ziel in nochmal 45 km Entfernung keine Zimmer mehr hatte. Das wäre richtig anstrengend geworden. So hatten wir sogar noch Zeit, uns die Römerausgrabungen anzuschauen.

Tag 11: Aquileia nach Portogruaro – 67 km
Nach 11 Tagen sind wir schon total im Radfahr-Trott. Die schlechte Radrouten-Beschilderung macht uns etwas zu schaffen, aber wir sind mit der Bikemap App sehr gut ausgerüstet. Portogruare hat eine sehr nette Innenstadt. Leider ist unsere Unterkunft wieder mal etwas außerhalb, sodass wir am Abend lieber ins Bett fielen als noch einen Ausflug zu machen.

Tag 12: Portogruaro nach Venedig (Lido) – 78 km
Die letzte Etappe ging nochmal richtig gut von den Beinen. In der Gegend gab es teilweise gute (vom Autoverkehr isolierte) Radwege und viele lange Strecken ohne verwinkelte Abbiegungen. So schafften wir es bis zum frühen Nachmittag zur Fähre, die uns zum Lido bei Venedig brachte. Noch 3 km radeln und wir waren in unserer letzten Unterkunft.

Dann stand noch ein kleiner Spaziergang zum Strand und ein Abendessen im Zentrum an.

Tag 13: Lido
Zum Abschluss gönnten wir uns einen ganzen Tag am Strand. Viel der Fläche ist Privatstrand, wo man nicht direkt im Sand liegen darf. An den zahlreichen Stegen ist es ok und im Wasser sowieso.

Wir wanderten in Richtung Süden, wo wir nach etwa 30 Minuten einen Strand fanden, der komplett frei zugägnlich war. Dank nicht zu heißer Temperaturen und einer kühlen Brise hielten wir es tatsächlich den ganzen Tag dort aus und genossen das Baden und Herumliegen.

Tag 14: Heimreise
Nach zwei Wochen endete unsere Rundreise. Wir schifften unsere Räder zum Bahnhof, nahmen einen Bus nach Villach (zu spät reserviert für Direktzug …) und von dort einen Zug nach Bruck an der Mur, wo wir uns noch zwei Tage von meinen Eltern verwöhnen ließen.

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Fazit: In Summe fuhren wir ca. 550 km und legten dabei über 2.000 Höhenmeter zurück. Das werten wir durchaus als eine Leistung und sind stolz darauf. Neben unseren Beinen hat uns geholfen: Bikemap, das uns immer den richtigen Weg zeigte, die EU-Regelungen für Mobile Daten, sodass wir jederzeit sorgenfrei nach dem Weg und nach Unterkünften suchen konnten sowie unsere guten Fahrräder der Marke KTM (das gute KTM nicht das böse!), die auf der gesamten Strecke keine einzige Macke zeigten.

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Der Berg ruft mit viel Tunnels und Geleisen

Es war mal wieder Zeit für einen kurzen Urlaub. Sylvia und ich nahmen uns zwei Tage frei, die mit dem 1. Mai ein fünf Tage Wochenende erzeugten und fuhren in die Schweiz. Klimabewusst wählten wir als Fortbewegungsmittel den Zug, der uns nach zehn Stunden und einem kurzen Aufenthalt in Zürich sicher zur Familie einer Schulfreundin von Sylvia in Visp beförderte.

Nebst toller Unkerkunft und großartiger Verköstigung machten wir am nächsten Tag einen kleinen Ausflug zur Hängebrücke über Rotten (meine Höhenangst lässt grüßen …), tranken eine heiße Schoggi und erkundeten die Gegend.

Als besonderes Highlight gefielen mir die Galgen, die sich baugleich auch im Tragößer Galgenwald wiederfinden.

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Am Nachmittag erholten wir uns noch etwas, wurden ein weiteres Mal verköstigt und dann nach Täsch gebracht (Danke Claudia für alles!!), wo es dann mit dem Zug nach Zermatt ging. Ein köstliches – aber viel zu füllendes – Käsefondue und einen kurzen Spaziergang später fallen wir erschöpft ins Bett.

Zu Beginn von Tag drei erhöht sich die Spannung. Bisher war das Wetter trüb mit schlechter Sicht (aber immer noch besser als prognostiziert) und es war fraglich, ob wir das Matterhorn zu Gesicht bekommen würden.

Von herunten sah man nichts, aber auf der Webcam vom Gornergrat lugte der Gipfel des Matterhorns leicht hervor. Es war aber nebelig und bewölkt, also durchaus mit Risiko behaftet, dass man für ca. 70€ Fahrt nach oben ohne atemberaubende Aussicht da steht. Wir gingen das Risiko ein …

… und wurden belohnt! Die Auffahrt und der erste Rundgang war bedeckt, doch nach dem Essen lichtete sich der Himmel, das Matterhorn kam zum Vorschein und wir genossen die wunderschöne Aussicht.

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Zufrieden machten wir uns auf den Rückweg, wanderten noch etwas durch die „Stadt“ und aßen letztendlich im Pollox zu Abend, wo Sylvia vor einigen Jahren ein Sommerpraktikum absolvierte. Das Restaurant war ausgezeichnet und so wie früher, was man von Sylvias damaliger Unterkunft – der Villa Waldesruh – leider nicht sagen kann. Sie wurde voriges Jahr abgerissen …

Am letzten Tag war die Sicht dann sogar bis nach unten wunderschön und wir konnten nochmal das Matterhon bestaunen. Allerdings hatten wir nicht mehr allzu lange Zeit. Es ging sich noch ein kurzen Treffen mit einer weiteren Schulkollegin von Sylvia (Danke Eva für den Café!) sowie die Beschaffung von etwas Schokolade mit unseren letzten Franken aus, ehe wir den 12 stündigen Heimweg antraten.

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Der Ausflug war echt wunderschön und jede Sekunde der beschwerlichen Reise wert!

Radeln durch das Salzkammergut

Der heurige Urlaub sollte im Zeichen des Fahhrads stehen. Der ursprüngliche Plan war, von der Haustüre zu starten und binnen drei Wochen ans Meer – vorzugsweise Kroatien – zu radeln. Dieser wurde mehrfach modifiziert und mündete letztendlich aufgrund des viel zu heißen Wetters in einer Woche radeln im Salzkammergut.

Wie bei uns üblich buchten wir die erste Nacht und wollten dann spontan entscheiden, wie es weitergeht. Als erste Etappe steckten wir uns Salzburg nach Strobl. Das sind ca. 60 km, aber unser erfolgreicher Ausflug nach Neusiedl (ca. 70 km) stimmte uns optimistisch, wenn auch der Weg etwas mehr bergauf ging.

Also bepackten wir unsere Räder und los ging es.

Wir merkten bald, dass dieser Weg, der leicht aber stetig stieg, uns weit mehr zusetzte als das durchgehende Bergab ins Burgenland. Das schwere Gepäck machte es nicht leichter und so mussten wir auf 1-2 steileren Stellen absteigen und schieben. Der Ärger – wie auch der Neid – war groß bei jedem eBike, das an uns vorbeiflitzte.

Groß war auch die Freude, als wir den Mondsee erreichten und es schön flach dahin ging. Leider konnten wir hier nicht innehalten, denn es war noch ein gutes Drittel unseres Weges vor uns und wir waren im Zeitplan hinten nach.

Und dann kam das Stück, das uns für den ersten Tag sprichwörtlich das Genick brach und unsere Ambitionen (jeden Tag so 3-5h durch die Gegend radeln) zerstörte. Auf 3 km jagte uns die Strecke 170 Höhenmeter bergauf. An dieser Stelle endete auch der sonst gut ausgebaute Radweg und wir mussten die stark (und teilweise rasend) befahrenen Serpentinen rauf schieben, weil schlicht und einfach die Kraft nicht reichte.

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Den Berg überwunden und nach St. Gilgen gerollten waren wir heilfroh, dass es dort Fähren nach Strobl gba, denn wir hatten keine Lust mehr, die letzten ca. 15 km zu fahren, auf denen uns Google noch ein weiteres Steiles Stück anzeigte.

In Strobl angekommen bezogen wir unser Quartier, gingen Abendessen und verwarfen unsere Pläne. Wir verbrachten hier drei Tage – nachdem wir am zweiten Tag erfuhren, dass unser Wunsch, länger hier zu bleiben doch möglich ist und wir eine andere Unterkunft mit knackigen 94€ Stornogebühr absagten.

Tag 2 verbrachten wir faulenzend am See und besuchten am Abend ein Fest des netten kleinen – wenn auch touristisch angehauchten – Dorfes.

Für Tag 3 war am Nachmittag Gewitter angesagt. Wir radelten am Vormittag nach St. Wolfgang. Das Wetter schien zu halten, so fuhren wir die Schafbergbahn hoch und genossen das Mittagsessen bei großartiger Aussicht.

Das Wetter hielt weiter und so konnten wir auch wieder zurückradeln, anstatt die Fähre zu nehmen. Den Abend verbrachten wir in der hauseigenen Kegelbahn, um dem Gewitter zu entgehen, das verspätet auch tatsächlich eintraf.

Die nächste Etappe führte uns nach Bad Ischl, wo wir weitere drei Tage verbrachten. Die erste Sehenswürdigkeit war die Fahrt mit der Katrin sowie die anstrengende aber schöne Wanderung am Berg.

Den nächsten Tag verbrachten wir in Bad Ischl, zu einem guten Teil in und um die Kaiservilla, wo wir einiges über Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth (Sisi darf man ja nicht sagen) lernten.

Am letzten Tag in und um Bad Ischl schwangen wir uns auf die Räder und fuhren zum Hallstätter See, wo wir uns genauer anschauen wollten, was an dem kleinen Dorf Hallstatt so außergewöhnliches dran ist, dass man in China eine Kopie davon errichtete.

Es stimmt schon, es ist ein sehr nettes Dorf, wenn auch total touristisch überlaufen. Das Highlight war definitiv der Besuch im Salzbergwerk. Wir lernten einiges über den Salzabbau – früher wie heute, durften rutschen und bestaunten die älteste Holzstiege der Welt.

Für den letzten Tag gab es nochmal einen Szenenwechsel. Wir fuhren nach Altmünster und verbrachten den heißen Tag am See. Der nächste Tag sollte Regen und starke Abkühlung bringen, also beschlossen wir nach Hause zu fahren. Nun sollten die Temperaturen auch in Wien wieder erträglich sein.

Alles in allem war es ein sehr schöner Urlaub, der einen netten Kontrast zu unseren üblichen dicht gepackten Reisen stand. Wir verbrachten einige Zeit am Fahrrad (ok, nicht ganz unüblich), hatten nur kleinere Tagespläne und verbrachten viel Zeit mit ausruhen. Das tut auch mal gut. Besonders schön ist auch, dass wir nicht zwei Tage nach Rückreise wieder ins stressige Arbeitsleben springen müssen, sondern auch noch eine Woche Wien-Urlaub genießen können.

Möbel Marke Eigenbau

Einige Monate ist es her als wir den Plan schmiedeten, aus Mangel an gefundenen passenden Möbeln selbst Hand anzulegen. Der Fokus lag stark auf unserer Musikanlage: Der Plattenspieler und der Verstärker sowie auch die Platten (und wenn es geht irgendwann ein potentieller Subwoofer) sollen ein schönes Regal bekommen und die Boxen sollen auf Kopfhöhe an der Wand montiert sein, sodass der Raum schön ausgeschallt wird.

Erste Skizzen waren schnell erstellt. Nach detaillierter Aussprache adaptierte ich sie nach unseren gemeinsamen Vorstellungen. Unsere Wände waren hier der heikle Punkt. Die rechte Box musste in ein komplett verwinkeltes Eck gebastelt werden und auch das Eck über dem Tisch ist nicht rechtwinkelig. Einige genaue Messungen und detaillierte Konstruktion am Papier brachten eine genaue Skizze hervor – inklusive aller Bretter, die wir benötigten.

Mit diesen Plänen fuhren wir im Herbst zum Baumarkt, suchten uns passendes Holz und wollten es zum Zuschneiden abgeben. Es stellte sich heraus, dass sie zwar millimetergenau zuschneiden, allerdings nur rechtwinkelig. Auch der nächste Baumarkt konnte es nicht besser, also zogen wir vorerst desillusioniert wieder ab.

Ein neuer Plan musste her: Die schiefen Bretter selbst zuschneiden. Da dies im Winter unzumutbar ist, legten wir das Projekt erst mal auf Eis. Letztes Wochenende war es endlich so weit, dass es sich zeitlich und motivationstechnisch ausging, den Plan tatsächlich umzusetzen. Wir borgten uns Werkzeug (vielen Dank Anouk!) sowie ein Auto inklusive Fahrerin (vielen Dank Suzi!) aus und brachten alles Notwendige in unsere Wohnung.

Wir ließen uns die Bretter vom Baumarkt so gut es ging zurechtschneiden und bemerkten leider erst zu Hause, dass sie offensichtlich beim Zuschneiden nicht so überlegt vorgingen wie wir, als wir die für den Zuschnitt nötigen Bretter abgaben. Demnach hatten wir viel Verschnitt aber nicht alle notwendigen Bretter. Da der Zuschnitt gratis war (und es viele Schnitte waren), wollen wir uns nicht allzusehr beschweren, aber sie hätten zumindest was sagen können, dann hätten wir die zwei zusätzlichen Bretter gleich eingepackt und ich hätte nicht nochmal extra hinfahren müssen …

Nach dem kleinen Umweg ging es für mich zur Sache. Ich hatte noch nie eine Handkreissäge benutzt und kann mich auch nicht dran erinnern, je eine Stichsäge bedient zu haben. Aber was soll schon schief gehen?

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Die ersten Schnitte waren noch etwas tolpatschig, aber mit der Zeit kam ich rein und schaffte halbwegs gerade Schnitte.

Die fertigen Bretter verleimte ich. Hier wären mehr und längere Klemmen hilfreich gewesen, aber ich improvisierte ganz gut.

Wir mussten dann noch ein paar Tage auf die Winkel zum Montieren an der Wand warten, bis gestern Abend endlich alles fertig wurde.

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Ich muss ehrlich sagen, ich bin mehr als zufrieden! Es schaut ziemlich genau so aus, wie wir es geplant haben. Manche Kanten haben bei näherer Betrachtung ein bisschen Charakter, aber definitiv nichts Auffälliges. Bei der Gelegenheit investierten wir auch gleich noch eine Minute um den Wandschmuck aufzuhängen, den wir vor fast einem Jahr aus Vietnam mitbrachten.

Und das nächste Projekt steht auch schon wieder fest: Da ich es geschafft habe, mich bei der Lücke für den Subwoofer um ein paar Centimeter zu vertun und es tatsächlich keinen Subwoofer für die Größe zu erwerben gibt, werd ich mir wohl selber einen bauen müssen …

Das Ende meiner Golf-Karriere …

oder auch: Rosedale, die Zweite.

Vor etwa zwei Monaten wurde in unser Kellerabteil eingebrochen. Unser beider Räder sowie mein Golfbag (inkl. Inhalt) wurden gestohlen. Der erste Ärger verflog aber schon kurz darauf, als die Versucherung uns zusicherte, die Fahrräder komplett (dank vorhandener Rechnungen) und das Golfzeug nach geschätztem Wert zu ersetzen.

Letzte Woche war es dann so weit, dass ich mein neues Rad besorgte. Dieses fährt wie geschmiert – was zu erwarten war, weil ich zusätzlich zum Radersatzgeld auch das überschüssige Geld vom Golfbag 1:1 in ein besseres Rad investierte.

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Wir schwangen uns auch sogleich auf die neuen Gefährte (Sylvia hatte sich sofort nach dem Einbruch ein neues Rad besorgt) und unternahmen eine gemütliche Donauspazierfahrt.

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Vorerst werden die Räder wohl un unserer Wohnung lagern. Zumindest bis wir unser Kellerabteil ordentlich abgesichert haben.

3 Wochen in Vietnam

Nach altbekanntem Rezept planten Sylvia und ich unseren diesjährigen Urlaub: Reiseziel auswählen, Hin- und Rückfahrt sowie die ersten paar Tage Unterkunft buchen und dann vor Ort entscheiden, wie es weiter geht. Der Unterschied diesmal: Es ging wesentlich weiter weg und die Reise dauerte länger als üblich, nämlich drei Wochen in Vietnam. Zusatzaufgabe: Der Urlaub startete im Norden (Hanoi) und endete im Süden (Ho Chi Minh City).

Da wir außerhalb der EU reisten, mussten natürlich auch weitere organisatorische Maßnahmen getroffen werden: Visa, Impfungen, Geldbehebung im Ausland sicherstellen, ordentliche Reiserucksäcke inklusive Reiseapotheke und Insektenschutz. Und so ging es dann am Nachmittag des 23. Juli los.

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Station 1: Hanoi

Nach ~18 Stunden Reisezeit (5.5h Wien – Dubai, 6h Wartezeit, 6.5h Dubai – Hanoi) trafen wir am Frühen Nachmittag (5 Stunden Zeitverschiebung) in Hanoi ein. Das Taxi wartete schon und brachte uns in unser Hotel. Wir schafften es noch, uns kurz umzusehen und essen zu gehen, ehe wir erschöpft ins Bett fielen (und zu komischen Zeiten wieder wach waren).

Den zweiten Tag verbrachten wir in Hanoi selbst. Die Stadt hat seinen Charme. Die Gassen und Straßen sind relativ schmal, sodass sich zwischen die Mengen an Mopeds nur wenige Autos zwängten. Generell ist der Verkehr sehr gewöhnungsbedürftig. Es scheint keine strengen Verkehrsregeln zu geben, wodurch der Verkehr dynamisch fließt und man eher zur Hupe als zur Bremse greift. Es bedarf gewissen Mut, sich zum ersten Mal über die Straße zu trauen, sofern man sich aber nicht beirren lässt, seinen Weg geht und keine unberechenbaren Schritte setzt, funktioniert es ganz gut.

Trotz hohem Lärmpegel spielt sich der Großteil des Lebens auf der Straße ab. Überall sind Geschäfte, Handwerker und Street-Foot Stände. Üblicherweise sitzt man auf sehr kleinen Stühlen in Richtung Straße, alles ist eng und überall sind Mopeds (befahren wie auch abgestellt).

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Bewegen man sich etwas außerhalb des geschäftigen Kerns, werden die Straßen und Gehsteige breiter. Der Platz wird für Statuen als auch sehr häufig für Federball-Felder (Netz zum selbst mitbringen) genutzt.

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Eine der Attraktionen ist der Hoan Kiem Lake. Rundherum befinden sich Parks, darin eine Brücke zu einer Waterpuppet-Show (die wie ausließen) sowie eine Ruine.

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Besonders angenehm an Hanoi ist, dass es noch nicht komplett von TouristInnen überlaufen ist und man nicht ständig angesprochen wird, weil jemand Ramsch (oder Transport) feilbieten will.

Abschließendes Highlight in Hanoi war die Streetfood Tour. Hier wurden wir 3 Stunden durch die Innenstadt geführt und hielten bei zahlreichen Streetfood Läden an, um verschiedene einheimische Spezialitäten zu kosten, eine besser wie die andere. Danach waren wir uns noch mehr bewusst, dass man hier wirklich einfach in die kleinen Lokale gehen kann und sich von den „anderen“ hygienischen Standards nicht abschrecken lassen darf.

Station 2: Bai Tu Long Bay

Wir befolgten den Tipp, anstatt der berühmten Halong Bay die gleich daneben liegende Bai Tu Long Bay zu besuchen. Diese ist ähnlich schön aber günstiger (nicht  zu verwechseln mit billig …) und weniger überlaufen. Unsere Entscheidung fiel auf eine dreitägige Schiffstour.

Wir wurden von einem Luxusvan vor dem Hotel abgeholt und kamen nach über 4 Stunden (inkl. Umweg wegen Stau und Zwischenstops) am Hafen an. Nach etwas Wartezeit wurden wir zur Yacht transportiert. Nettes Boot mit toller Aussicht aus dem Bad, fragwürdiger Deko und Sonnendeck.

Beim Essen an Deck bekamen wir bereits erste Eindrücke der wunderschönen Bucht mit ihren einzigartigen Felsformationen. Einen guten Teil der Reise verbrachten wir auf dem Boot und konnten die Umgebung zu verschiedenen Tageszeiten bestaunen.

Zahlreiche Aktivitäten ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Wir konnten mit Kanus die Gegend erkunden, besuchten ein Fischerdorf, sahen Tellergroße Austern, erfuhren wie man Perlen züchtet und durften im Meer schwimmen. Wobei bei letzterem aufgrund der hohen Anzahl an Quallen besondere Vorsicht geboten war.

Kulinarische Versorgung kam auch nicht zu kurz. Einmal auf einer kleinen Insel mit Strand und Tropfsteinhöhle. Am letzen Abend beschenkte uns der Koch noch mit aus Essen geschnitzten Kunstwerken, ehe es am dritten Tag wieder Richtung Hanoi ging – mit Zwischenstopp bei einer Water-Puppet Show.

Station 3: Sapa

Nach einer weiteren Nacht in Hanoi ging es am nächsten Morgen gleich Richtung Sapa. Die 6-Stündige Anfahrt offenbarte ein uns unbekanntes in Vietnam sehr beliebtes Fahrzeug: Den Schlafbus.

Dort angekommen (und nach etwas Suche) fanden wir unsere Tourguide, die uns den vierstündigen Aufmarsch weisen würde. Nach kurzem Weg durch die Stadt ging es rasch in die atemberaubende Landschaft aus Wildnis und Reisfeldern. Als Österreicher, der in den Bergen aufgewachsen ist, fühlt man sich hier rasch wohl!

Begleitet wurden wir von zwei NeuseeländerInnen und je näher wir dem Ziel waren immer mehr lokalen Frauen, denen wir oben angekommen etwas Handwerk abkauften (und zum ersten Mal etwas feilschen mussten), wobei sich herausstellte, dass das frisch mit Indigo gefärbte Material noch gut abfärbt.

Unterwegs sahen wir zahlreiche freie, tote und domestizierte Tiere.

Oben angekommen verbrachten wir den Abend und die Nacht bei einer lokalen Familie. Das Haus war sehr einfach und rundherum auf Selbsterhalt (Tiere, Bambus, Reis) ausgelegt. Das modernste daran war das Klo, das es wohl nur für uns TouristInnen gibt. Dank Leuten wie uns kann sich die Familie dann kleinere Luxusgüter wie Gasherd, Moped und Handy (Lieblingsbeschäftigung der Kinder) leisten.

Die Leute waren sehr lieb und tischten uns ein ordentliches auf. Beim Zusammensitzen am offenen Feuer (mitten im Raum) ließen wir den Abend ausklingen, ehe wir uns in unser Moskitonetz bedecktes Bett zurückzogen.

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Der Abmarsch am nächsten Tag dauerte sieben Stunden. Diesmal waren es nur Sylvia, ich und unsere neue Guide (abgesehen von der Gruppe junger Frauen plus Guide, deren Weg wir regelmäßig kreuzten).

Der Marsch war noch schöner (wenn auch reichlich heiß und unter Verlust Sylvias Sandalen). Wir aßen frisch gepflückte Gurken, planschten im Bach und wanderten direkt durch Reisfelder.

Erschöft aber glücklich bestiegen wir wieder den Schlafbus, um unsere letzte Nacht in Hanoi zu verbringen, ehe wir das Flugzeug Richtung Hue bestiegen.

Station 4: Hue

Frisch in Hue angekommen bemerkte ich, dass eine interessante Einrichtung, die ich bereits in Sapa gehesen hatte, die scheinbar in Vietnam üblich ist (wie später auch weitere Male bestätigt wurde): Das Duschklo. Bei näherer Betrachtung sah ich auch unsere Zimmergenossin, wir nannten sie liebevoll Kaka „Kacki“ Lake. Sie blieb uns drei Tage treu und bewegte sich in der Zeit kaum.

Der Spaziergang am ersten Abend zeigte uns die Parkanlagen rund um den zentralen Fluss sowie unser Stammlokal, wo wir drei Abende hervorragend aßen und Cocktails tranken.

Tag 2 in Hue verbrachten wir mit einer Tour, die uns einige der umliegenden Sehenswürdigkeiten in einem engen Zeitplan näherbrachte.

Erster Ort:  Imperial City / Forbidden City. Der Regentensitz der Nguyen Dynastie, die zwischen 1802 und 1945 über Vietnam „regierten“, zu einem guten Teil unter Französischer Kolonialherrschaft.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem alten Tee / Zeremonienhaus schauten wir uns die Pagoda of the Celestial Lady an.

Jede Dynastie, die was auf sich hält (selbst wenn sie gerade mal 150 Jahre dauert), braucht natürlich auch Grabstätten für das Nachleben. Der zweite Nguyen setzte hier auf einen ruhigen Ort zur ewigen Entspannung.

Der vorletzte Nguyen war derart von seiner faktischen Ohnmacht gekränkt, dass er sich für die Nachwelt eine protzige Festing installierte. Die Grabstätte hat mehr Zeit zu bauen gebraucht, als der Insasse regierte.

Ein weiterer Nguyen richtete besonderes Augenmerk auf seine Familie, sodass diese in der Nachwelt auch genug Platz haben. Die Familie durfte sogar selber ableben und wurde nicht mit Tod des Regenten zwangsverpflichtet.

Am nächsten Tag wollten wir eine ähnliche Tour in die Demilitarisierte Zone (in der entgegen des Namens besonders viel gekämpft wurde) absolvieren. Da wir zu spät dran waren und die Tour ausgebucht war, organisierten wir uns ein Private Car (faktisch ein Taxi mit Flatrate) und ließen uns den weiten Weg kutschieren.

Erster Stopp war die Dak Rong Bridge, welche ein wichtiger Eckpunkt des Ho Chi Minh Trails (Versorgungsroute aus Nordvietnam an die südvietnamesischen Viet Cong während des „Amerikanischen Krieges“) und dementsprechend auch mehrfach zerstört wurde.

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In Khe Sanh war ein amerikanischer Militärposten, der in einem Kraftakt von Nordvietnamsichen Kämpfern eingenommen wurde. Heute ist dort ein kleines Museum, Kriegsschrott und teilweise erhaltene Schützengräben.

Die Vinh Moc Tunnels auf der anderen seite der DMZ zeigen, wie sich die Bevölkerung vor den Bombenteppichen der Amerikaner geschützt hat, indem sie kilometerlange unterirdiesche Tunnelsysteme baute. In diesen wurde gewohnt, gekocht, gelebt und sogar Kinder gekriegt.

„Station 5“: Easy Rider Richtung Hoi An

Für unsere Reise in das nicht allzuweit entfernte Hoi An entschieden wir uns für eine Easy Rider Tour. Diese bestand aus zwei Motorrädern, zwei Fahrern und wir sowie unser Gepäck hinten draufgeschnallt. Es brauchte durchaus eine gewisse Überwindung, sich dazu zu trauen (Vietnam hat eine der verheerendstenden Verkehrsunfallstatistiken der Welt), aber es hat sich voll ausgezahlt.

Wir sahen Reisfelder, Fischdörfer, Strände, Hügel und Ruinen.

Unterwegs besuchten wir den Elephant Spring und enspannten uns für eine Stunde im kühlen Nass.

Letztes Highligt der Tour: Die Marble Mountains. Eine riesige Höhle mit zahlreichen Figuren und Fabel-Bildnissen.

Station 6: Hoi An

Wir strandeten hier relativ unvorbereitet und wussten erst nicht so recht, was genau wir hier machen sollten. Also spazierten wir erst mal durch das kleine Städtchen (und tappten für das Essen zum ersten Mal in eine Touristenfalle). Erster Eindruck war sehr nett.

Das Herzstück – die UNESCO zertifizierte Altstadt – durchforsteten wir aber erst am zweiten Tag. Diese hat definitiv einen großen Charme. Es ist wie schon seit je her eine Handelsstadt, wo überall etwas feilgeboten wird, besonders Kleidung. Sylvia und ich sind eigentlich nicht so die passionierten ShopperInnen, konnten aber doch nicht widerstehen und schlugen mehrfach zu (und lernten, dass wir ganz schlechte PreisverhandlerInnen sind). Ebenfalls zu sehen, viele kleine Museen.

Wir hatten sogar das Glück, genau zu Vollmond hier zu sein, wo traditionellerweise tausende Lampions aufgehängt sind (was leider auf unseren Fotos nicht so gu trüberkommt).

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Ein Highlight des ganzen Urlaubes war der hier absolvierte Kochkurs. Wir starteten mit Einkaufen am Markt, fuhren zu einer kleinen Insel (Krebsfischen – ohne Ausbeute – unterwegs) und lernten anschließend, wie aus Reiskörnern Reisnudeln entstehen. Bei ständigem Nachschub an Passionsfrucht-Saft kochten wir vier traditionelle Gerichte.

Ein Ausflug zu den Ruinen von My Son darf hier natürlich auch nicht fehlen. Hier lebte einst ein Hindu-Volk, das aber mittlerweile über Südostasien verstreut und zu einem Großteil zum Islam übergetreten ist.

In der wenigen unverplante Zeit die wir hatten schnappten wir uns ein Fahrrad und namen das Abenteuer (bei dem Verkehr ist das wörtlich zu nehmen!) auf, zum Strand zu fahren.

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Station 7: Ho Chi Minh City (Saigon)

Wieder per Inland-Flug ging es zu unserer letzten Station: Ho Chi Minh City. Es fiel uns bereits auf, dass je weiter Richtung Süden wir uns bewegen, desto touristischer sich alles darstellt. Der Höhepunkt hierbei ist die Hauptstadt. Es gibt touristische Party-Straßen und an jedem Eck wird man angesprochen, ob man nicht Sonnenbrillen/Fecher/Transportservices kaufen möchte.

Auch der Verkehr verdichtete sich hier noch mehr, die Straßen sind breiter, verhältnismäßig mehr Autos sind unterwegs und es ist noch schwieriger, über die Straße zu kommen (immerhin werden hier die Ampeln nicht komplett ignoriert).

Vom Aussichtsturm aus sieht man die Ausmaße dieser Metropole.

Die Wirklich sehenswürdigen Sehenswürdigkeiten in der Stadt halten sich in Grenzen. Wir besuchten das War Museum, Notre Dame (wobei es leider bei uns abgesperrt war) und das Rathaus.

Ein Ausflug in das Mekong Delta muss natürlich sein. Wir entschieden uns für einen zweitägigen Trip. Am ersten Tag wurden wir per Bus in das Gebiet gebracht und per Boot an mehrere Stationen gebracht: Eine Kanu-Fahrt, eine Kokos-Süßigkeiten „Fabrik“ und Essen mit ausgefallenen Speisen.

Tag zwei war aufgrund des langen Rückwegs eher kurz, aber nicht weniger interessant. Eindrucksvoll war der Water Market, wo die Einheimischen ihre Großmengen an Nahrung einkaufen. Für uns gab es eine mobile Bar mit Kokosnüssen.

Wir erfuhren ein weiteres Mal, wie Reisnudeln hergestellt werden (diemal in größeren Mengen) und hatten die Möglichkeit, etwas durch die Gegend zu radeln (wenn auch auf der Felge aus Mangel an Luft im Reifen).

Durch unsere kurzfristige Planung hatten wir noch zwei Tage über, die wir nicht einfach so in Saigon verbringen wollten. Auf der Suche nach interessanten Auflügen stießen wir auf Mui Ne.

Ein letztes Mal stiegen wir in den Schlafbus, um die 5 Stunden Reise anzutreten. Den Abend verbrachten wir im (etwas heruntergekommenen) Hotel mit Swimmingpool und Meerblick.

Um 4:30 ging es dann los. Wir wurden per Jeep abgeholt und an die verschiedenen Sanddünen gebracht. Müde aber glücklich beobachteten wir (gemeinsam mit zahlreichen anderen TouristInnen) den Sonnenaufgang.

Nach einem kurzen Besuch an einem Fischerstrand spazierten wir barfuß den Fairy Stream entlang, ein seichter Bach, der sich langsam durch den Sand frisst.

Zum Frühstück waren wir dann wieder im Hotel, verbrachten den restlichen Vormittag beim Pool und fuhren am Nachmittag retour nach Ho Chi Minh City.

Als allerletzten Ausflug unternahmen wir eine Halbtages-Tour zu den Cu Chi Tunnels. Ähnlich wie in den Vinh Moc Tunnels lebten die Menschen hier zu Kriegszeiten unter der Erde. Der Fokus war aber ein anderer, denn hier war hart umkämpfte Kriegszone und die Tunnel waren stark militärisch ausgerichtet und rundherum viele Fallen implementiert.

Nach Rückkehr war gerade noch genug Zeit, Essen zu gehen (ich entschied mich für gegrillten Frosch), ehe wir den 18 Stündigen Rückweg antraten. Müde aber glücklich und mit einiges an Loot ausgestattet kamen wir daheim an.

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Fazit: Großartige Reise, kann ich wirklich wärmstens empfehlen! Wer Vietnam noch halbwegs autentisch erleben will, sollte sich aber beeilen, das Land verändert sich gerade sehr stark aufgrund des Anstiegs an Tourismus.

„Warum Brüssel? Des is doch schiach?“

Es ist mittlerweile zwei Wochen her, als wir das verlängerte Wochenende in Brüssel verbrachten. „Aber warum Brüssel? Des is doch schiach“ warnte uns ein nicht näher definierter Freund. Zugegeben, die Idee kam nicht, weil wir uns dachten, dort ist es so schön, da müssen wir unbedingt einmal hin. Aber eine Freundin besuchen ist immer eine gute Ausrede für eine Reise.

Etwa zu Mittag angekommen, gingen wir erst mal essen. Es gibt zu jedem Mahl grunsätzlich Pommes Frites und die sind in Brüssel tatsächlich ausgezeichnet! Danach spazierten wir durch die Stadt. Es gibt jetzt keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Wir finden einen angeberischer Hauptplatz und ein Faible für pinkelnde Statuen.

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In die spärlich verstreuten Parks konnten wir leider erst am zweiten Tag rein, da ganz Brüssel in Ausnahmezustand wegen des Besuchs eines bekannten amerikanischen Politikers war …

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Tag 2 beinhaltete weiters einen Ausflug zum Atomium. Abgesehen davon, dass es das Atomium gibt, wussten wir darüber im Vorfeld nichts. Stellt sich heraus, dass diese Sehenswürdigkeit ein Monument aus dem Höhepunkt des Atomenergie-Hypes ist, man sich 45 Minuten anstellt, um mit dem Lift nach ganz oben zu fahren und ohne Reservierung im dort befindlichen Restaurant wohl nach maximal 5 Minuten gelangweilt wieder nach unten fährt.

Man kann dann noch ein bisschen in den Kugeln herumgehen. Wer hier eine informative Ausstellung über Atomkraft, die Physik dahinter, Geschichte und Kritik zu dem Thema vermutet, wird enttäuscht und mit der Baugeschichte des Konstrukts sowie einer (temporären) Ausstellung über eine lokale Fluggesellschaft abgespeist.

Alles in allem ein eher enttäuschender Ausflug. Immerhin war der Ausblick von unten und von oben ganz ok.

Die nächste Sehenswürdigkeit war dann viel spannender: Das Comic-Museum. Man wird schon beim Eingang von „lebensgroßen“ Belgischen Comic-Iconen (Lucky Luke, Tim und Struppi, …) empfangen. Der erste Teil der Ausstellung zeigt die Geschichte von Comics, die Schritte bei der Erschaffung eines Comics, verschiedene Techniken und Genres, gefolgt von einer Sonderausstellung über einen speziellen Comic (l’étranger).

Abschließend gibt es noch ein Stockwerk „für die Kinder“ mit viel Schlümpfen sowie Asterix und Obelix. Nach über 2 Stunden verließen wir erschöpft aber zufrieden die Ausstellung.

Neben dem Pech der „Trump’schen Aura“ über der Stadt hatten wir gleichzeigt das Glück, dass gerade ein Jazz-Festival in der ganzen Stadt mit mehreren Schauplätzen veranstaltet wurde. So konnten wir Abends neben dem berühmten belgischen Bier auch tolle Musik genießen.

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Den letzten Tag widmeten wir einem Ausflug zum Strand. Stellt sich heraus, dass etwa zwei Stunden Zugfahrt entfernt ein toller Strand ist. Wenn man den kurzen Regenschauer abwartet, kann man sogar ins halbwegs gut temperierte Wasser gehen.

Fazit: Brüssel mag nicht der spannendste Ort der Welt sein, als „schiach“ würd ich es aber definitiv auch nicht bezeichnen!