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3 Wochen in Vietnam

Nach altbekanntem Rezept planten Sylvia und ich unseren diesjährigen Urlaub: Reiseziel auswählen, Hin- und Rückfahrt sowie die ersten paar Tage Unterkunft buchen und dann vor Ort entscheiden, wie es weiter geht. Der Unterschied diesmal: Es ging wesentlich weiter weg und die Reise dauerte länger als üblich, nämlich drei Wochen in Vietnam. Zusatzaufgabe: Der Urlaub startete im Norden (Hanoi) und endete im Süden (Ho Chi Minh City).

Da wir außerhalb der EU reisten, mussten natürlich auch weitere organisatorische Maßnahmen getroffen werden: Visa, Impfungen, Geldbehebung im Ausland sicherstellen, ordentliche Reiserucksäcke inklusive Reiseapotheke und Insektenschutz. Und so ging es dann am Nachmittag des 23. Juli los.

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Station 1: Hanoi

Nach ~18 Stunden Reisezeit (5.5h Wien – Dubai, 6h Wartezeit, 6.5h Dubai – Hanoi) trafen wir am Frühen Nachmittag (5 Stunden Zeitverschiebung) in Hanoi ein. Das Taxi wartete schon und brachte uns in unser Hotel. Wir schafften es noch, uns kurz umzusehen und essen zu gehen, ehe wir erschöpft ins Bett fielen (und zu komischen Zeiten wieder wach waren).

Den zweiten Tag verbrachten wir in Hanoi selbst. Die Stadt hat seinen Charme. Die Gassen und Straßen sind relativ schmal, sodass sich zwischen die Mengen an Mopeds nur wenige Autos zwängten. Generell ist der Verkehr sehr gewöhnungsbedürftig. Es scheint keine strengen Verkehrsregeln zu geben, wodurch der Verkehr dynamisch fließt und man eher zur Hupe als zur Bremse greift. Es bedarf gewissen Mut, sich zum ersten Mal über die Straße zu trauen, sofern man sich aber nicht beirren lässt, seinen Weg geht und keine unberechenbaren Schritte setzt, funktioniert es ganz gut.

Trotz hohem Lärmpegel spielt sich der Großteil des Lebens auf der Straße ab. Überall sind Geschäfte, Handwerker und Street-Foot Stände. Üblicherweise sitzt man auf sehr kleinen Stühlen in Richtung Straße, alles ist eng und überall sind Mopeds (befahren wie auch abgestellt).

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Bewegen man sich etwas außerhalb des geschäftigen Kerns, werden die Straßen und Gehsteige breiter. Der Platz wird für Statuen als auch sehr häufig für Federball-Felder (Netz zum selbst mitbringen) genutzt.

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Eine der Attraktionen ist der Hoan Kiem Lake. Rundherum befinden sich Parks, darin eine Brücke zu einer Waterpuppet-Show (die wie ausließen) sowie eine Ruine.

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Besonders angenehm an Hanoi ist, dass es noch nicht komplett von TouristInnen überlaufen ist und man nicht ständig angesprochen wird, weil jemand Ramsch (oder Transport) feilbieten will.

Abschließendes Highlight in Hanoi war die Streetfood Tour. Hier wurden wir 3 Stunden durch die Innenstadt geführt und hielten bei zahlreichen Streetfood Läden an, um verschiedene einheimische Spezialitäten zu kosten, eine besser wie die andere. Danach waren wir uns noch mehr bewusst, dass man hier wirklich einfach in die kleinen Lokale gehen kann und sich von den „anderen“ hygienischen Standards nicht abschrecken lassen darf.

Station 2: Bai Tu Long Bay

Wir befolgten den Tipp, anstatt der berühmten Halong Bay die gleich daneben liegende Bai Tu Long Bay zu besuchen. Diese ist ähnlich schön aber günstiger (nicht  zu verwechseln mit billig …) und weniger überlaufen. Unsere Entscheidung fiel auf eine dreitägige Schiffstour.

Wir wurden von einem Luxusvan vor dem Hotel abgeholt und kamen nach über 4 Stunden (inkl. Umweg wegen Stau und Zwischenstops) am Hafen an. Nach etwas Wartezeit wurden wir zur Yacht transportiert. Nettes Boot mit toller Aussicht aus dem Bad, fragwürdiger Deko und Sonnendeck.

Beim Essen an Deck bekamen wir bereits erste Eindrücke der wunderschönen Bucht mit ihren einzigartigen Felsformationen. Einen guten Teil der Reise verbrachten wir auf dem Boot und konnten die Umgebung zu verschiedenen Tageszeiten bestaunen.

Zahlreiche Aktivitäten ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Wir konnten mit Kanus die Gegend erkunden, besuchten ein Fischerdorf, sahen Tellergroße Austern, erfuhren wie man Perlen züchtet und durften im Meer schwimmen. Wobei bei letzterem aufgrund der hohen Anzahl an Quallen besondere Vorsicht geboten war.

Kulinarische Versorgung kam auch nicht zu kurz. Einmal auf einer kleinen Insel mit Strand und Tropfsteinhöhle. Am letzen Abend beschenkte uns der Koch noch mit aus Essen geschnitzten Kunstwerken, ehe es am dritten Tag wieder Richtung Hanoi ging – mit Zwischenstopp bei einer Water-Puppet Show.

Station 3: Sapa

Nach einer weiteren Nacht in Hanoi ging es am nächsten Morgen gleich Richtung Sapa. Die 6-Stündige Anfahrt offenbarte ein uns unbekanntes in Vietnam sehr beliebtes Fahrzeug: Den Schlafbus.

Dort angekommen (und nach etwas Suche) fanden wir unsere Tourguide, die uns den vierstündigen Aufmarsch weisen würde. Nach kurzem Weg durch die Stadt ging es rasch in die atemberaubende Landschaft aus Wildnis und Reisfeldern. Als Österreicher, der in den Bergen aufgewachsen ist, fühlt man sich hier rasch wohl!

Begleitet wurden wir von zwei NeuseeländerInnen und je näher wir dem Ziel waren immer mehr lokalen Frauen, denen wir oben angekommen etwas Handwerk abkauften (und zum ersten Mal etwas feilschen mussten), wobei sich herausstellte, dass das frisch mit Indigo gefärbte Material noch gut abfärbt.

Unterwegs sahen wir zahlreiche freie, tote und domestizierte Tiere.

Oben angekommen verbrachten wir den Abend und die Nacht bei einer lokalen Familie. Das Haus war sehr einfach und rundherum auf Selbsterhalt (Tiere, Bambus, Reis) ausgelegt. Das modernste daran war das Klo, das es wohl nur für uns TouristInnen gibt. Dank Leuten wie uns kann sich die Familie dann kleinere Luxusgüter wie Gasherd, Moped und Handy (Lieblingsbeschäftigung der Kinder) leisten.

Die Leute waren sehr lieb und tischten uns ein ordentliches auf. Beim Zusammensitzen am offenen Feuer (mitten im Raum) ließen wir den Abend ausklingen, ehe wir uns in unser Moskitonetz bedecktes Bett zurückzogen.

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Der Abmarsch am nächsten Tag dauerte sieben Stunden. Diesmal waren es nur Sylvia, ich und unsere neue Guide (abgesehen von der Gruppe junger Frauen plus Guide, deren Weg wir regelmäßig kreuzten).

Der Marsch war noch schöner (wenn auch reichlich heiß und unter Verlust Sylvias Sandalen). Wir aßen frisch gepflückte Gurken, planschten im Bach und wanderten direkt durch Reisfelder.

Erschöft aber glücklich bestiegen wir wieder den Schlafbus, um unsere letzte Nacht in Hanoi zu verbringen, ehe wir das Flugzeug Richtung Hue bestiegen.

Station 4: Hue

Frisch in Hue angekommen bemerkte ich, dass eine interessante Einrichtung, die ich bereits in Sapa gehesen hatte, die scheinbar in Vietnam üblich ist (wie später auch weitere Male bestätigt wurde): Das Duschklo. Bei näherer Betrachtung sah ich auch unsere Zimmergenossin, wir nannten sie liebevoll Kaka „Kacki“ Lake. Sie blieb uns drei Tage treu und bewegte sich in der Zeit kaum.

Der Spaziergang am ersten Abend zeigte uns die Parkanlagen rund um den zentralen Fluss sowie unser Stammlokal, wo wir drei Abende hervorragend aßen und Cocktails tranken.

Tag 2 in Hue verbrachten wir mit einer Tour, die uns einige der umliegenden Sehenswürdigkeiten in einem engen Zeitplan näherbrachte.

Erster Ort:  Imperial City / Forbidden City. Der Regentensitz der Nguyen Dynastie, die zwischen 1802 und 1945 über Vietnam „regierten“, zu einem guten Teil unter Französischer Kolonialherrschaft.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem alten Tee / Zeremonienhaus schauten wir uns die Pagoda of the Celestial Lady an.

Jede Dynastie, die was auf sich hält (selbst wenn sie gerade mal 150 Jahre dauert), braucht natürlich auch Grabstätten für das Nachleben. Der zweite Nguyen setzte hier auf einen ruhigen Ort zur ewigen Entspannung.

Der vorletzte Nguyen war derart von seiner faktischen Ohnmacht gekränkt, dass er sich für die Nachwelt eine protzige Festing installierte. Die Grabstätte hat mehr Zeit zu bauen gebraucht, als der Insasse regierte.

Ein weiterer Nguyen richtete besonderes Augenmerk auf seine Familie, sodass diese in der Nachwelt auch genug Platz haben. Die Familie durfte sogar selber ableben und wurde nicht mit Tod des Regenten zwangsverpflichtet.

Am nächsten Tag wollten wir eine ähnliche Tour in die Demilitarisierte Zone (in der entgegen des Namens besonders viel gekämpft wurde) absolvieren. Da wir zu spät dran waren und die Tour ausgebucht war, organisierten wir uns ein Private Car (faktisch ein Taxi mit Flatrate) und ließen uns den weiten Weg kutschieren.

Erster Stopp war die Dak Rong Bridge, welche ein wichtiger Eckpunkt des Ho Chi Minh Trails (Versorgungsroute aus Nordvietnam an die südvietnamesischen Viet Cong während des „Amerikanischen Krieges“) und dementsprechend auch mehrfach zerstört wurde.

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In Khe Sanh war ein amerikanischer Militärposten, der in einem Kraftakt von Nordvietnamsichen Kämpfern eingenommen wurde. Heute ist dort ein kleines Museum, Kriegsschrott und teilweise erhaltene Schützengräben.

Die Vinh Moc Tunnels auf der anderen seite der DMZ zeigen, wie sich die Bevölkerung vor den Bombenteppichen der Amerikaner geschützt hat, indem sie kilometerlange unterirdiesche Tunnelsysteme baute. In diesen wurde gewohnt, gekocht, gelebt und sogar Kinder gekriegt.

„Station 5“: Easy Rider Richtung Hoi An

Für unsere Reise in das nicht allzuweit entfernte Hoi An entschieden wir uns für eine Easy Rider Tour. Diese bestand aus zwei Motorrädern, zwei Fahrern und wir sowie unser Gepäck hinten draufgeschnallt. Es brauchte durchaus eine gewisse Überwindung, sich dazu zu trauen (Vietnam hat eine der verheerendstenden Verkehrsunfallstatistiken der Welt), aber es hat sich voll ausgezahlt.

Wir sahen Reisfelder, Fischdörfer, Strände, Hügel und Ruinen.

Unterwegs besuchten wir den Elephant Spring und enspannten uns für eine Stunde im kühlen Nass.

Letztes Highligt der Tour: Die Marble Mountains. Eine riesige Höhle mit zahlreichen Figuren und Fabel-Bildnissen.

Station 6: Hoi An

Wir strandeten hier relativ unvorbereitet und wussten erst nicht so recht, was genau wir hier machen sollten. Also spazierten wir erst mal durch das kleine Städtchen (und tappten für das Essen zum ersten Mal in eine Touristenfalle). Erster Eindruck war sehr nett.

Das Herzstück – die UNESCO zertifizierte Altstadt – durchforsteten wir aber erst am zweiten Tag. Diese hat definitiv einen großen Charme. Es ist wie schon seit je her eine Handelsstadt, wo überall etwas feilgeboten wird, besonders Kleidung. Sylvia und ich sind eigentlich nicht so die passionierten ShopperInnen, konnten aber doch nicht widerstehen und schlugen mehrfach zu (und lernten, dass wir ganz schlechte PreisverhandlerInnen sind). Ebenfalls zu sehen, viele kleine Museen.

Wir hatten sogar das Glück, genau zu Vollmond hier zu sein, wo traditionellerweise tausende Lampions aufgehängt sind (was leider auf unseren Fotos nicht so gu trüberkommt).

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Ein Highlight des ganzen Urlaubes war der hier absolvierte Kochkurs. Wir starteten mit Einkaufen am Markt, fuhren zu einer kleinen Insel (Krebsfischen – ohne Ausbeute – unterwegs) und lernten anschließend, wie aus Reiskörnern Reisnudeln entstehen. Bei ständigem Nachschub an Passionsfrucht-Saft kochten wir vier traditionelle Gerichte.

Ein Ausflug zu den Ruinen von My Son darf hier natürlich auch nicht fehlen. Hier lebte einst ein Hindu-Volk, das aber mittlerweile über Südostasien verstreut und zu einem Großteil zum Islam übergetreten ist.

In der wenigen unverplante Zeit die wir hatten schnappten wir uns ein Fahrrad und namen das Abenteuer (bei dem Verkehr ist das wörtlich zu nehmen!) auf, zum Strand zu fahren.

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Station 7: Ho Chi Minh City (Saigon)

Wieder per Inland-Flug ging es zu unserer letzten Station: Ho Chi Minh City. Es fiel uns bereits auf, dass je weiter Richtung Süden wir uns bewegen, desto touristischer sich alles darstellt. Der Höhepunkt hierbei ist die Hauptstadt. Es gibt touristische Party-Straßen und an jedem Eck wird man angesprochen, ob man nicht Sonnenbrillen/Fecher/Transportservices kaufen möchte.

Auch der Verkehr verdichtete sich hier noch mehr, die Straßen sind breiter, verhältnismäßig mehr Autos sind unterwegs und es ist noch schwieriger, über die Straße zu kommen (immerhin werden hier die Ampeln nicht komplett ignoriert).

Vom Aussichtsturm aus sieht man die Ausmaße dieser Metropole.

Die Wirklich sehenswürdigen Sehenswürdigkeiten in der Stadt halten sich in Grenzen. Wir besuchten das War Museum, Notre Dame (wobei es leider bei uns abgesperrt war) und das Rathaus.

Ein Ausflug in das Mekong Delta muss natürlich sein. Wir entschieden uns für einen zweitägigen Trip. Am ersten Tag wurden wir per Bus in das Gebiet gebracht und per Boot an mehrere Stationen gebracht: Eine Kanu-Fahrt, eine Kokos-Süßigkeiten „Fabrik“ und Essen mit ausgefallenen Speisen.

Tag zwei war aufgrund des langen Rückwegs eher kurz, aber nicht weniger interessant. Eindrucksvoll war der Water Market, wo die Einheimischen ihre Großmengen an Nahrung einkaufen. Für uns gab es eine mobile Bar mit Kokosnüssen.

Wir erfuhren ein weiteres Mal, wie Reisnudeln hergestellt werden (diemal in größeren Mengen) und hatten die Möglichkeit, etwas durch die Gegend zu radeln (wenn auch auf der Felge aus Mangel an Luft im Reifen).

Durch unsere kurzfristige Planung hatten wir noch zwei Tage über, die wir nicht einfach so in Saigon verbringen wollten. Auf der Suche nach interessanten Auflügen stießen wir auf Mui Ne.

Ein letztes Mal stiegen wir in den Schlafbus, um die 5 Stunden Reise anzutreten. Den Abend verbrachten wir im (etwas heruntergekommenen) Hotel mit Swimmingpool und Meerblick.

Um 4:30 ging es dann los. Wir wurden per Jeep abgeholt und an die verschiedenen Sanddünen gebracht. Müde aber glücklich beobachteten wir (gemeinsam mit zahlreichen anderen TouristInnen) den Sonnenaufgang.

Nach einem kurzen Besuch an einem Fischerstrand spazierten wir barfuß den Fairy Stream entlang, ein seichter Bach, der sich langsam durch den Sand frisst.

Zum Frühstück waren wir dann wieder im Hotel, verbrachten den restlichen Vormittag beim Pool und fuhren am Nachmittag retour nach Ho Chi Minh City.

Als allerletzten Ausflug unternahmen wir eine Halbtages-Tour zu den Cu Chi Tunnels. Ähnlich wie in den Vinh Moc Tunnels lebten die Menschen hier zu Kriegszeiten unter der Erde. Der Fokus war aber ein anderer, denn hier war hart umkämpfte Kriegszone und die Tunnel waren stark militärisch ausgerichtet und rundherum viele Fallen implementiert.

Nach Rückkehr war gerade noch genug Zeit, Essen zu gehen (ich entschied mich für gegrillten Frosch), ehe wir den 18 Stündigen Rückweg antraten. Müde aber glücklich und mit einiges an Loot ausgestattet kamen wir daheim an.

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Fazit: Großartige Reise, kann ich wirklich wärmstens empfehlen! Wer Vietnam noch halbwegs autentisch erleben will, sollte sich aber beeilen, das Land verändert sich gerade sehr stark aufgrund des Anstiegs an Tourismus.

„Warum Brüssel? Des is doch schiach?“

Es ist mittlerweile zwei Wochen her, als wir das verlängerte Wochenende in Brüssel verbrachten. „Aber warum Brüssel? Des is doch schiach“ warnte uns ein nicht näher definierter Freund. Zugegeben, die Idee kam nicht, weil wir uns dachten, dort ist es so schön, da müssen wir unbedingt einmal hin. Aber eine Freundin besuchen ist immer eine gute Ausrede für eine Reise.

Etwa zu Mittag angekommen, gingen wir erst mal essen. Es gibt zu jedem Mahl grunsätzlich Pommes Frites und die sind in Brüssel tatsächlich ausgezeichnet! Danach spazierten wir durch die Stadt. Es gibt jetzt keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Wir finden einen angeberischer Hauptplatz und ein Faible für pinkelnde Statuen.

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In die spärlich verstreuten Parks konnten wir leider erst am zweiten Tag rein, da ganz Brüssel in Ausnahmezustand wegen des Besuchs eines bekannten amerikanischen Politikers war …

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Tag 2 beinhaltete weiters einen Ausflug zum Atomium. Abgesehen davon, dass es das Atomium gibt, wussten wir darüber im Vorfeld nichts. Stellt sich heraus, dass diese Sehenswürdigkeit ein Monument aus dem Höhepunkt des Atomenergie-Hypes ist, man sich 45 Minuten anstellt, um mit dem Lift nach ganz oben zu fahren und ohne Reservierung im dort befindlichen Restaurant wohl nach maximal 5 Minuten gelangweilt wieder nach unten fährt.

Man kann dann noch ein bisschen in den Kugeln herumgehen. Wer hier eine informative Ausstellung über Atomkraft, die Physik dahinter, Geschichte und Kritik zu dem Thema vermutet, wird enttäuscht und mit der Baugeschichte des Konstrukts sowie einer (temporären) Ausstellung über eine lokale Fluggesellschaft abgespeist.

Alles in allem ein eher enttäuschender Ausflug. Immerhin war der Ausblick von unten und von oben ganz ok.

Die nächste Sehenswürdigkeit war dann viel spannender: Das Comic-Museum. Man wird schon beim Eingang von „lebensgroßen“ Belgischen Comic-Iconen (Lucky Luke, Tim und Struppi, …) empfangen. Der erste Teil der Ausstellung zeigt die Geschichte von Comics, die Schritte bei der Erschaffung eines Comics, verschiedene Techniken und Genres, gefolgt von einer Sonderausstellung über einen speziellen Comic (l’étranger).

Abschließend gibt es noch ein Stockwerk „für die Kinder“ mit viel Schlümpfen sowie Asterix und Obelix. Nach über 2 Stunden verließen wir erschöpft aber zufrieden die Ausstellung.

Neben dem Pech der „Trump’schen Aura“ über der Stadt hatten wir gleichzeigt das Glück, dass gerade ein Jazz-Festival in der ganzen Stadt mit mehreren Schauplätzen veranstaltet wurde. So konnten wir Abends neben dem berühmten belgischen Bier auch tolle Musik genießen.

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Den letzten Tag widmeten wir einem Ausflug zum Strand. Stellt sich heraus, dass etwa zwei Stunden Zugfahrt entfernt ein toller Strand ist. Wenn man den kurzen Regenschauer abwartet, kann man sogar ins halbwegs gut temperierte Wasser gehen.

Fazit: Brüssel mag nicht der spannendste Ort der Welt sein, als „schiach“ würd ich es aber definitiv auch nicht bezeichnen!

Einrichtung Abgeschlossen

Vor ca. 1.5 Monaten zogen wir in eine frisch gebaute, aber noch rudimäntär eingerichtete Wohnung. Seitdem hat sich viel getan!

Vor der Tür wartet ein Totoro und ein selbst designtes rosa Türschild.

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Hinter der Tür befindet sich ein langgezogener Gang mit Garderobe und Spiegel.

Die erste Tür zur Rechten führt ins (nicht näher bebilderte) Klo, links gelangt man ins kleine aber feine Badezimmer.

Die nächste Tür beinhaltet das Schlafzimmer. Es hat die perfekte Größe, um Bett, Wandkasten und Fernseher zu beherbergen. Wir hätten uns aber auch nicht beschwert, wenn die Wand den im Plan angegebenen Winkel und damit noch besser Platz geboten hätte … Das Fenster zeigt sowohl zur Sonnenabgewandten Seite als auch in den ruhigen Innenhof.

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Nun folgt das Prachtstück der Wohnung, unsere Wohnküche. Alles was nicht direkt in unserer maßgeschneiderten Einbauküche Platz findet, kann im Abstellkammerl (nicht näher bebildert) aufbewahrt werden.

Schräg gegenüber steht der Esstisch, der bei Spieleabenden auch vergrößert und in die Mitte des Raumes gestellt werden kann. Für gemütliche Stunden steht eine Couch und ein Couchsessel (genannt: Captains Chair) bereit.

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Nun geht es ins letzte Zimmer, das wir liebevoll Spielezimmer nennen. Dort sind in den Kästen zahlreiche Brettspiele abgestellt. Ebenfalls findet man dort meine aktuellen Malprojekte und über den Bildschirm flimmert momentan das neue Zelda in der WiiU Version (meine Switch ist leider noch nicht da, weswegen ich meistens weinenden Auges nur zuschaue oder den Raum verlasse, um nicht gespoilert zu werden …).

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Abgeschlossen wird die Wohnungstour mit der Loggia (und ein bischen Balkon). Zur aktuellen Jahreszeit noch wenig genutzt sehnen wir schon dem Sommer entgegen, wenn wir hier die Abendsonne genießen können.

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Es stehen natürlich noch ein paar kleinere Projekte an (Musikanlage, Duschwand, Dekoelemente,  …), aber wie wohl unschwer zu erkennen ist, haben wir eine große Freude mit unserer neuen Wohnung!

That escalated quickly …

Es fing alles vor einem Monat an. Sylvia hatte Geburtstag und als Geschenk stellte ich ihr einen günstigen Plattenspieler und zwei Platten in die damals noch leere Wohnung.

Die Freude war sehr groß und wir hörten die Leonard Cohen Platte auf und ab. Allerdings schafften wir es nicht, die Björk Platte einwandfrei zum Laufen zu bringen. Sie sprang immer nach vor und aus Angst, die Platte zu zerstören, ließen wir sie außen vor, bis ich mir die Ursache näher anschauen konnte.

Letzte Woche gönnten wir uns dann eine Reihe weiterer Platten. Als auch die Queen Platte zweimal sprang, beschloss ich, mich dessen endlich anzunehmen. Ich sah, dass der Plattentisch stark wankte. Es gab keine Einstellungsmöglichkeiten für Gewicht auf den Nadelarm und auch sonst waren die Möglichkeiten der „Reparatur“ eingeschränkt. Letzendlich brachte mich die eine vorhandene Amazon Bewertung zum Entschluss: Das Gerät muss ausgetauscht werden! Roadstar TT-380 BT-T Retro Plattenspieler – Finger weg von dem Gerät.

Zu dem Zeitpunkt kamen Erinnerungen an meinen letzten Fall von Produktreklamation hoch. Auch die zwei Wochen freiwilliger bedingungsloser Umtauschdauer im Saturn war bereits abgelaufen. Ich hatte keinen Anspruch auf Umtausch auf ein besseres Gerät, sondern könnte mit Austausch des Gerätes auf ein gleiches, das vielleicht weniger schwankt abgespeist werden.

Da musste ich nun durch. Nach etwa 20 Minuten Wartezeit plus 2 Minuten am Serviceschalter war mein Akt abgeschlossen und ich hatte das Rückgeld in der Hand (in Form eines Dokuments, mit dem ich das Geld an der Kassa abholen könnte). So kann KundInnenservice auch aussehen!

Also ab in die Plattenspielerabteilung, wo ich diesmal beschloss, mich beraten zu lassen. Schnell war die Marke klar: Pro-Ject. Ich nahm das etwas fortgeschrittene Modell, das Dank Ausstellungs-Ware 30€ günstiger war, aber dennoch das Dreifache des Ursprungsmodelles kostete. Für meine alte iPod-BoxiPod-BoxiPod-Box packte ich noch einen Vorverstärker ein, die Warnungen des Beraters ignorierend, dass die Soundqualität nicht gut sein würde.

Zu dem Problem drang ich gar nicht erst vor, weil die Box ein derart starkes Hintergrundbrummen aufwies, das jeglichen Musikgenuss verhinderte. Internetrecherche identifizierte das Problem als Erdschleife und nach nur wenigen Stunden weiterer Recherche dachte ich, dem mit einer DI-Box entgegenwirken zu können. Doch selbst das Top-Produkt um 95€ half hier nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben jetzt eine High-Tech Anlage bestehend aus Plattenspieler, Verstärker und zweier Boxen. Auch hier wurden wir beim Saturn sehr gut beraten und bekamen abermals vergünstigte (nicht zu verwechseln mit billiger) Hardware.

Habemus Habitat

Der Umzug ist vollbracht und wir haben die neue Wohnung bezogen. Zum ersten Mal soll es nicht vorübergehend sondern auf unbestimmte, lange Zeit unser Heim sein. Dementsprechend wird mit wenigen Ausnahmen (Tisch, manche Regale) alles neu gestaltet, was durch den Neubau-Status (neues Dachgeschoss auf altem Gebäude) halbwegs gut funktioniert. Abgesehen von manchen Wänden, die schiefer als geplant ausgefallen sind …

Unsere Eingangstür öffnet sich in ein langgezogenes Vorhaus, das mehr als genug Platz für Garderobe und Schuhkasten bietet.

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Die ersten Türen münden in das Badezimmer, bzw. das Klo gegenüber.

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Danach kommt das Schlafzimmer, in dem wir vorerst auf einer am Boden liegenden Matratze schlafen. Das Bett ist aber bereits bestellt und wird hoffentlich noch im Jänner eintreffen.

wohnung_taborstrasse_043 wohnung_taborstrasse_044Der Gang macht einen kleinen Knick und mündet in die große Wohnküche. Die Küche selbst kommt Mitte Februar und auch im Wohnbereich fehlt links noch eine Couch.

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Vorerst ist das Abstellkammerl neben der Küche gut gefüllt.

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Vom Wohnzimmer aus gelangt man in das Spielezimmer. Es wird wohl weniger direkt zum Brettspielen verwendet werden, ist aber das Hauptlager für Spiele.

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Das letzte Element der Wohnung, welches Jahreszeitbedingt noch wenig genutzt wird (außer als Kühlschrank), ist der riesige Balkon.

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Nach stressigen Wochen des Siedelns/Shoppens/Einrichtens sind wir mittlerweile überglücklich hier und planen das auch noch sehr lange zu sein!

Wohnung (zu) vergeben

Über drei Jahre ist es nun her, als ich in meine aktuelle Wohnung gezogen bin. Nun ist wieder der Zeitpunkt gekommen, weiterzuziehen.

In meinem Vertrag ist das Recht verankert, eineN NachfolgerIn für die Wohnung vorzuschlagen. Das hat für mich den Vorteil, dass ich mir unnötige bauliche Maßnahmen sparen, aber vielmehr gibt es mir die Möglichkeit, jemand anderem eine Wohnung mit niedriger Miete und guter Lage zu vermitteln.

Wie der Titel schon ankündigt, habe ich noch keine derartige Person gefunden.

Die Wohnung liegt in der Wehlistraße 366, Stiege 2. Das ist 5 Gehminuten – bzw. eine Busstation – von der U2 Station Donaumarina entfernt. In 5 Gehminuten steht man mitten im Prater oder befindet sich nach 5 weiteren Gehminuten (in die andere Richtung) auf der Donauinsel. Mit dem Rad geht es natürlich noch schneller, Radkeller ist im Haus.

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Die Gesamtfläche von 53,5m² setzt sich zusammen aus einem großen Zimmer verbunden über ein Vorhaus mit Bad, Klo und Küche. Auf der anderen Seite befindet sich eine Lodgia mit Blick zur Kleingartensiedlung dahinter. Ein Kellerabteil ist auch vorhanden.

Im Vorhaus befindet sich ein riesiger Einbaukasten (1) mit viel Stauraum sowie ein kleiner Schuhkasten (2). Ebenso gibt es ein kleines Abstellkammerl.

 

Die Toilette ist in einem eigenen kleinen Raum, Das Bad besteht aus Badewanne mit Duschecke und einem Waschbecken mit Kästen.

Eine Küche (3) bestehend aus Kühlschrank, Gefrierschrank, Abwasch, Herd/Ofen, Arbeitsflächen und einige Kästen ist vorhanden. Wenn gewünscht, lasse ich den Mikrowellenherd (4) auch da.

Das Herzstück der Wohnung ist das Wohn-/Schlafzimmer. Mit etwas unter 25 m² (~5.5 x 4.5 m²) ist genug Platz für Schlaf- wie auch Aufenhaltsraum (Mein Vorgänger hat den Raum noch effizienter mit einem Schrankbett genutzt).

In den Bildern sind auch noch Möbel integriert die ich wenn gewünscht ablösefrei in der Wohnung lasse: 5: Couch, 6: Sitzsack, 7: 3 Ikea-Sessel, 8: Ikea-Bett inklusive Lattenrost und Matratze, 9: Kasten.

Die Lodgia hat genug Platz für einen Tisch und zwei Sitzgelegenheiten.

Zu den Rahmenbedingungen. Die Wohnung gehört der Sozialbau AG. Die Miege beträgt monatlich aktuell 432,18€ + ~50€ pro Quartal für Strom/Gas und wird regelmäßig an den Index angepasst. Eine Einstiegshürde gibt es leider, das ist der Finanzierungsbeitrag von ca. 5.000€, der bei Auszug allerdings refundiert wird.

Ich freue mich über Interessensbekundungen (zB. per Mail, gerne auch über andere Wege).

EDIT: Die Wohnung ist mittlerweile vergeben. Vielen Dank an alle InteressentInnen.

Jessica Jones – Alias

jessicajonesJessica Jones – früher kostumierte Superheldin, jetzt Privatdetektivin. Eigentlich möchte sie einfach nur ihre Ruhe haben, aber undankbare KlientInnen, die Polizei und eigentlich alle anderen auch vergönnen ihr keine ruhige Sekunde …

Die Comics haben denselben düsteren Grundton wie die Netflix Verfilmung (sowie einige inhaltliche Parallelen). Der Fokus ist auf dem zerrüttelten Charakter von Jessica. Sie ist durch und durch eine gute Person, findet sich aber trotzdem – oder genau deswegen – immer wieder in brenzligen Situation wieder. Darüber hinaus bieten die Comics zahlreiche Cameos anderer SuperheldInnen und was mir besonders gefällt, kreative Gestaltung, die sich regelmäßig von den bekannten Panels und Sprechblasen absetzt. Das MAX Label (explicit content) garantiert nicht kinderfreundliche Inhalte, die Jessica in noch lebensechteres Licht darstellt, als es komplett jugendfreundliche Inhalte könnten.

Ich war schon ein Fan der Netflix-Serie, die Comicvorlage hat mich aber endgültig überzeugt: Jessica Jones ist meine neue lieblings-Superheldin.