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„Warum Brüssel? Des is doch schiach?“

Es ist mittlerweile zwei Wochen her, als wir das verlängerte Wochenende in Brüssel verbrachten. „Aber warum Brüssel? Des is doch schiach“ warnte uns ein nicht näher definierter Freund. Zugegeben, die Idee kam nicht, weil wir uns dachten, dort ist es so schön, da müssen wir unbedingt einmal hin. Aber eine Freundin besuchen ist immer eine gute Ausrede für eine Reise.

Etwa zu Mittag angekommen, gingen wir erst mal essen. Es gibt zu jedem Mahl grunsätzlich Pommes Frites und die sind in Brüssel tatsächlich ausgezeichnet! Danach spazierten wir durch die Stadt. Es gibt jetzt keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Wir finden einen angeberischer Hauptplatz und ein Faible für pinkelnde Statuen.

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In die spärlich verstreuten Parks konnten wir leider erst am zweiten Tag rein, da ganz Brüssel in Ausnahmezustand wegen des Besuchs eines bekannten amerikanischen Politikers war …

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Tag 2 beinhaltete weiters einen Ausflug zum Atomium. Abgesehen davon, dass es das Atomium gibt, wussten wir darüber im Vorfeld nichts. Stellt sich heraus, dass diese Sehenswürdigkeit ein Monument aus dem Höhepunkt des Atomenergie-Hypes ist, man sich 45 Minuten anstellt, um mit dem Lift nach ganz oben zu fahren und ohne Reservierung im dort befindlichen Restaurant wohl nach maximal 5 Minuten gelangweilt wieder nach unten fährt.

Man kann dann noch ein bisschen in den Kugeln herumgehen. Wer hier eine informative Ausstellung über Atomkraft, die Physik dahinter, Geschichte und Kritik zu dem Thema vermutet, wird enttäuscht und mit der Baugeschichte des Konstrukts sowie einer (temporären) Ausstellung über eine lokale Fluggesellschaft abgespeist.

Alles in allem ein eher enttäuschender Ausflug. Immerhin war der Ausblick von unten und von oben ganz ok.

Die nächste Sehenswürdigkeit war dann viel spannender: Das Comic-Museum. Man wird schon beim Eingang von „lebensgroßen“ Belgischen Comic-Iconen (Lucky Luke, Tim und Struppi, …) empfangen. Der erste Teil der Ausstellung zeigt die Geschichte von Comics, die Schritte bei der Erschaffung eines Comics, verschiedene Techniken und Genres, gefolgt von einer Sonderausstellung über einen speziellen Comic (l’étranger).

Abschließend gibt es noch ein Stockwerk „für die Kinder“ mit viel Schlümpfen sowie Asterix und Obelix. Nach über 2 Stunden verließen wir erschöpft aber zufrieden die Ausstellung.

Neben dem Pech der „Trump’schen Aura“ über der Stadt hatten wir gleichzeigt das Glück, dass gerade ein Jazz-Festival in der ganzen Stadt mit mehreren Schauplätzen veranstaltet wurde. So konnten wir Abends neben dem berühmten belgischen Bier auch tolle Musik genießen.

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Den letzten Tag widmeten wir einem Ausflug zum Strand. Stellt sich heraus, dass etwa zwei Stunden Zugfahrt entfernt ein toller Strand ist. Wenn man den kurzen Regenschauer abwartet, kann man sogar ins halbwegs gut temperierte Wasser gehen.

Fazit: Brüssel mag nicht der spannendste Ort der Welt sein, als „schiach“ würd ich es aber definitiv auch nicht bezeichnen!

Kurzaufenthalt in Utrecht

Im Zuge einer Schulung hatte ich das Vergnügen, zwei Tage auf Firmenkosten in Utrecht sein zu dürfen. Leider war meine Schulung im weit vom Zentrum abgeschiedenen Papendorp. Um in der wenigen Zeit zumindest etwas von der Stadt mitzubekomen, beschloss ich die ca. 2,5 km zu gehen.

Das, sowie der geplante Spaziergang nach dem ersten Kurstag, stellte sich als wenig spannend bis anstrengend heraus. Der Teil südlich des Bahnhofes ist weitläufig, bietete wenig bis keine herausragende Sehenswürdigkeiten und ist klar auf Auto bzw. Fahrrad ausgelegt, nicht sonderlich gut für Fußmärsche geeignet.

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Davon ließ ich mich aber nicht unterkriegen und machte mich am Nachmittag/Abend noch in Richtung Zentrum/Altstadt auf. Diese bietet schon wesentlich mehr Charme: Typische holländische Backsteinbauten, ein Kanal, in dessen Umgebung reges Treiben herrscht, hunderte Fahrräder und das komplette Gebiet ist eine große „Begegnungszone“ (in der ich mich als Fußgänger wieder im Nachsehen fand).

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Auf dem letzten Spaziergang vor der Heimfahrt fand ich dann auch noch ein obligatorisches Universitätsgebäude und so machte ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Fazit: Nettes kleines Städtchen, mehr als einen Tag Vollzeit bzw. zwei Nachmittage muss ich aber dort auch nicht verbringen.

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Pròxima estació: Maragall

oder:

Letzte Woche verbrachten Carina und ich im wunderschönen Barcelona. Hier ein kleiner Überblick über unsere Ausflüge, was TouristInnen dort erwartet und was sich auszahlt, zu besichtigen.

Bereits unsere Ankunft im zentralen Plaça de Catalunya konfrontierte uns mit bekanntem Terrain: Eine Demo mit VoKü.

Wir ließen uns aber nicht lange aufhalten, brachten unser Gepäck ins Hostel und starteten die erste Wanderung. Die Stadt hat mehrere Hügel und ist teilweise so steil, dass öffentliche Rolltreppen und Aufzüge eingerichtet sind. Allein für die Aussicht über die Stadt ist es sehr empfehlenswert den Park Güell und Montjüic aufzusuchen (ebenfalls empfiehlt sich ein Fenstersitzplatz auf der rechten Seite beim Anflug auf den Flughafen in Barcelona).

Auf dem Weg durch die zahlreichen, verwinkelten Gassen stolpert man ab und an auf nette Straßenkunst.

Von den zahlreichen Parks kann ich besonders die am Montjüic und  den Parc del Laberint d’Horta empfehlen. Zweiteres ist wohl als Geheimtipp einzustufen, da er sehr weit im Norden dementsprechend auf gängigen Tourismus-Karten nicht eingezeichnet ist.

Ein obligatorischer Spaziergang durch die Altstadt darf natürlich auch nicht fehlen.

Neben einer wunderscönen gotischen Altstadt und vielen kleinen Geschäften findet man dort hauptsächlich eines: Kirchen. Allen voran die Sagrada Família, die man als anständigeR Touri natürlich gesehen haben muss, wobei reingehen nicht undbedingt nötig ist.

Ein kleiner Abstecher in die Uni schadet auch nicht.

Wer auf Tiere steht, findet im Aquarium eine tolle Sammlung von Meerestieren (inkl. einem Hai/Rochen-Becken zum Durchgehen). Alternativ kann man sich auch über Papagaie freuen, die in Hafennähe herumfliegen.

Museumshighlights waren das Joan Miró Museum und das naturhistorische Museu Blau.

Essensmöglichkeiten gibt es in der Stadt mehr als genug, wobei man (wie in jeder größeren Stadt) auf TouristInnenfallen aufpassen sollte. Wirklich billige Lokale haben wir keine gefunden, sehr zufrieden waren wir mit den drei vegetarischen Lokalen: Biocenter, CatBar und Gopal. In letzterem war beim Menu (um 6,90) Club Mate inklusive.

Um Ausflüge ans Meer richtig genießen zu können, war es leider zu kalt, weswegen wir nach 8 Tagen Power-Touristing richtig Reif für die Heimreise fühlten.