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Warum ich grün wähle

Am kommenden Sonntag dürfen wir entscheiden, wer in Österreich in den nächsten Jahren den Ton angibt. Wenn ich die antretenden Parteien eine nach der anderen durchgehe und überlege, wie diese mit einem starken Wahlergebnis umginge, denke ich bei den Grünen: Jo, a bissl botschat sads scho, aber im Grund stehts ihr für das Gute.

Im Gegensatz zu anderen Parteien, habe ich aber keine Sorge, dass sie bewusst Angst streuen und die Gesellschaft mit Hetze weiter spalten; sich auf Kosten der Gemeinschaft selbst bereichern; aus politischem Opportunismus umfallen und Steigbügelhalter spielen; den Sozialstaat abbauen und den Markt frei regieren lassen; in Vergessenheit geraten, sobald der Spitzenkandidat wegfällt; keine Chance auf Einstieg ins Parlament und damit Einfluss auf das politische Geschehen haben; oder einfach nur komplett angrennt sind.

Reines Bauchgefühl darf bei einer schwerwiegenden Entscheidung aber nie allein ausschlaggebend. Also formuliere ich für mich wichtige politische Ziele und Methoden und bemesse die Parteien danach. Hier reicht es nicht aus, dass die Punkte sich im Wahlprogramm befinden, ich reflektiere auch, wie die Punkte in der täglichen politischen Arbeit gelebt werden.

Einsatz für bestmögliche Chancengleichheit aller Menschen sowie Anerkennung von Diversität
Der Staat muss sicherstellen, dass Menschen in Notlagen geholfen wird. Wer größere Finanzielle Mittel hat, soll auch einen größeren Beitrag leisten, um die schwächeren zu unterstützen. Diesen Ansatz haben auch andere linke Parteien. Wo die Grünen aber am konsequentesten sind, ist beim Thema Diversität. Homo-Ehe, Transrechte und Frauenquote sind gelebte Praxis, nach außen wie nach innen.

Nachhaltigkeit der Lösungsvorschläge
Thema Umweltschutz und Klimawandel. Die Grünen sind die einzigen, von denen es mehr als bloße Lippenbekenntnisse gibt. Und obwohl momentan in Österreich keine Partei (offen) den Klimawandel leugnet, so wird jeder Schritt zur Gegensteuerung belächelt (gratis Plastiksackerl Verbot) oder gar massiv bekämpft (Dieselverbot). In grün mitregierten Bundesländern merkt man hier, dass sie es ernst meinen. Öffentlicher Verkehr wird ausgebaut und vergünstigt, um eine alternative zu motorisierten Verkehr zu bieten.

Offene Gesellschaft, weg vom Nationalstaatendenken
Ich bin großer Fan der Star Trek Utopie. Das Ziel muss sein, irgendwann in ferner Zukunft alle Menschen dazu zu bringen, an einem Strang zu ziehen und sich nicht gegenseitig die Schädel einzuschlagen. Das funktioniert nur, wenn man offen auf Fremde zugeht. Nationalinteressen dürfen nie über Allgemeininteressen stehen. Die großen Herausforderungen einer globalisierten Welt sind nicht allein zu lösen. Nach urprünglicher Bedenken zum EU-Beitritt sind die Grünen in Österreich mittlerweile die konsequentesten Verfechter des europäischen Gedankens – bei gleichzeitiger Kritik am aktuellen Status Quo.

Faktenbasierte und sachorientierte Arbeit
Hier kann ich den Grünen leider nur ein Befriedigend geben. Sie bemühen sich wirklich, nicht mit populistischen Parolen um sich zu werfen. Die meisten Positionen sind auch gut argumentiert und so gut als möglich mit Fakten belegt. Ein paar Schlagwörter gibt es aber, die nach wie vor dogmatische Reaktionen hervorrufen. Wenn alle paar Jahre jemand draufkommt, dass im wiener Prater ein Forschungsreaktor steht, ist das immer mal wieder eine grün provozierte Schlagzeile wert. Von windigen Studien und an den Haaren herbeigezogenen Verschwörungstheorien anderer Parteien sind die Grünen aber dennoch weit entfernt.

Mir ist durchaus bewusst, dass die Grünen weit weg von perfekt sind und auch ich habe einiges an ihnen zu kritisieren. Woran ich aber nicht den geringsten Zweifel habe, ist dass sie sich für eine Welt einsetzen, in der es ALLEN und nicht nur ausgewählten wenigen besser geht. Dafür gebe ich mit gutem Gewissen meine Stimme.

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SM-Comic #98: Scharf Auf Wolfspelz

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Der Comic ist wie ein Oger: Er hat Schichten:

Schicht 1 – der Titel: Er ist eine spielerische Umgestaltung des Sprichwortes „Wolf im Schafspelz“

Schicht 2 – Die Namen: Armin steht für den ORF Journalisten Armin Wolf und Norbert für den rechtsaußen Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer. Das Setting soll das ZIB2 Studio darstellen, in dem die beiden während der Bundespräsidentschafts-Wahlen 2016 regelmäßig aufeinandertrafen.

Schicht 3 – die Schärfe: Armin Wolf lässt keine Gelegenheit aus, Umstimmigkeiten oder blanke Lügen Norbert Hofers (oder seiner Partei) aufzuzeigen und fundiert zu veröffentlichen. Der Kandidat bzw. seine Partei zeigt widerum regelmäßig Abneigung gegenüber des Staatlichen Senders (bzw. allen ihnen nicht wohlgesonnenen Medien/Berichten). Da die Wahl extrem knapp ist und er auch auf gemäßigte WählerInnen angewiesen ist, zeigt sich Hofer während des Wahlkampfes wenig angriffig. Das umgemünzte Zitat soll andeuten, dass es in ihm brodelt und er nur auf die Gelegenheit wartet, Wolf sprichwörtlich an den Pelz zu gehen.

Und falls es nicht klar genug rüberkommt: Wählt Van der Bellen!

Unterstützungserklärung für Alexander Van der Bellen

Seit ich Politik verfolge besteht heuer erstmals die realistische Chance, ein hohes Amt mit einer Person auf der guten Seite jenseits der politischen Mitte zu besetzen – das des/der Bundespräsidenten/in. Sowohl SPÖ als auch ÖVP treten mit relativ schwachen Kandidaten an und für nicht dezidiert rechte ProtestwählerInnen gibt es mit Lugner und Griss KandidatInnen abseits der FPÖ. Das sind gute Voraussetzungen für Van der Bellen, der für einen (ehemaligen) Grünen überproportional viel Respekt und Ansehen auch außerhalb der StammwählerInnenschaft genießt.

Historisch betrachtet hält sich der faktische Einfluss des/der Bundespräsidenten/in in Grenzen. Dennoch hat er/sie große theoretische Macht sowie Representationscharakter und da sehe ich lieber jemanden, dem ich ein gewisses Vertrauen entgegen bringen kann, das moralisch Richtige zu tun. Als besorgter Bewohner dieses Flecken Erdes würde es mich sehr freuen, wenn wir nach den schaurigen politischen Vorgängen und den immer schrecklicher werdenden Wahlergebnisses endlich wieder einen Schritt in die richtige Richtung gehen würden.

Folglich habe ich gestern meine Unterstützungserklärung für Alexander Van der Bellen abgegeben. Dies ist noch bis 16. März möglich, Anleitung zu finden HIER.

ÖH-Wahlkabine 2013

Auch wenn ich heuer nicht mehr mitwählen darf, hab ich den Wahlkabinen-Test für die anstehende ÖH-Wahl gemacht.

OEH-Wahlkabine-2013

Isoliert betrachtet verwundert mich dieses Ergebnis gar nicht, hab ich meine Fraktion schon vor langer Zeit ideologisch links überholt. Dennoch soll dieses Bild keinesfalls als Wahlempfehlung interpretiert werden, sondern viel mehr als Aufforderung, den Wahlkabinen-Test nicht zu ernst zu nehmen.

Es handelt sich hierbei um eine Implementierung von Antworten der Fraktionen auf eine limitierte Anzahl an Fragen. Die Antworten müssen nicht zwingend dem tatsächlichen Einsatz der Fraktionen in dem Bereich entsprechen und stellt nur einen sehr geringen Teil des Spektrums der wahlwerbenden Gruppen dar. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass wahlkabine.at komplett dabei versagt hat, die Unterschiede herauszuarbeiten. Das Traurige daran ist, dass sie es eigentlich besser wissen müssten, weil sie letzte Wahl fast die identen Fragen gestellt hatten (copy-paste in der wahlkabine(.at)).

Das wichtigste zum Schluss: Geht wählen! 14.-16. Mai an eurer Uni.

Zweite Kabine links, jedeR nur ein Kreuz, nicht drängeln

Noch bis morgen Donnerstag, 15 Uhr finden die diesjährigen Wahlen zur Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft statt. Hier der Aufruf an alle Studierenden, die ihre Kreuze noch nicht gemacht haben, sich in Gang zu setzen und das zuständige Wahllokal (bzw. die Wahllokale bei Mehrfachinskription) aufzusuchen.

Als Bonus für diejenigen, die am Universitätssportinstitut wählen (wenn sie denn Sportwissenschaften inskribiert sind) gibt es ein MAOAM von mir persönlich in die Hand gedrückt (freundliche Spende der hier ansässigen Studienvertretung).