Archiv der Kategorie: Reisen

3 Wochen in Vietnam

Nach altbekanntem Rezept planten Sylvia und ich unseren diesjährigen Urlaub: Reiseziel auswählen, Hin- und Rückfahrt sowie die ersten paar Tage Unterkunft buchen und dann vor Ort entscheiden, wie es weiter geht. Der Unterschied diesmal: Es ging wesentlich weiter weg und die Reise dauerte länger als üblich, nämlich drei Wochen in Vietnam. Zusatzaufgabe: Der Urlaub startete im Norden (Hanoi) und endete im Süden (Ho Chi Minh City).

Da wir außerhalb der EU reisten, mussten natürlich auch weitere organisatorische Maßnahmen getroffen werden: Visa, Impfungen, Geldbehebung im Ausland sicherstellen, ordentliche Reiserucksäcke inklusive Reiseapotheke und Insektenschutz. Und so ging es dann am Nachmittag des 23. Juli los.

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Station 1: Hanoi

Nach ~18 Stunden Reisezeit (5.5h Wien – Dubai, 6h Wartezeit, 6.5h Dubai – Hanoi) trafen wir am Frühen Nachmittag (5 Stunden Zeitverschiebung) in Hanoi ein. Das Taxi wartete schon und brachte uns in unser Hotel. Wir schafften es noch, uns kurz umzusehen und essen zu gehen, ehe wir erschöpft ins Bett fielen (und zu komischen Zeiten wieder wach waren).

Den zweiten Tag verbrachten wir in Hanoi selbst. Die Stadt hat seinen Charme. Die Gassen und Straßen sind relativ schmal, sodass sich zwischen die Mengen an Mopeds nur wenige Autos zwängten. Generell ist der Verkehr sehr gewöhnungsbedürftig. Es scheint keine strengen Verkehrsregeln zu geben, wodurch der Verkehr dynamisch fließt und man eher zur Hupe als zur Bremse greift. Es bedarf gewissen Mut, sich zum ersten Mal über die Straße zu trauen, sofern man sich aber nicht beirren lässt, seinen Weg geht und keine unberechenbaren Schritte setzt, funktioniert es ganz gut.

Trotz hohem Lärmpegel spielt sich der Großteil des Lebens auf der Straße ab. Überall sind Geschäfte, Handwerker und Street-Foot Stände. Üblicherweise sitzt man auf sehr kleinen Stühlen in Richtung Straße, alles ist eng und überall sind Mopeds (befahren wie auch abgestellt).

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Bewegen man sich etwas außerhalb des geschäftigen Kerns, werden die Straßen und Gehsteige breiter. Der Platz wird für Statuen als auch sehr häufig für Federball-Felder (Netz zum selbst mitbringen) genutzt.

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Eine der Attraktionen ist der Hoan Kiem Lake. Rundherum befinden sich Parks, darin eine Brücke zu einer Waterpuppet-Show (die wie ausließen) sowie eine Ruine.

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Besonders angenehm an Hanoi ist, dass es noch nicht komplett von TouristInnen überlaufen ist und man nicht ständig angesprochen wird, weil jemand Ramsch (oder Transport) feilbieten will.

Abschließendes Highlight in Hanoi war die Streetfood Tour. Hier wurden wir 3 Stunden durch die Innenstadt geführt und hielten bei zahlreichen Streetfood Läden an, um verschiedene einheimische Spezialitäten zu kosten, eine besser wie die andere. Danach waren wir uns noch mehr bewusst, dass man hier wirklich einfach in die kleinen Lokale gehen kann und sich von den „anderen“ hygienischen Standards nicht abschrecken lassen darf.

Station 2: Bai Tu Long Bay

Wir befolgten den Tipp, anstatt der berühmten Halong Bay die gleich daneben liegende Bai Tu Long Bay zu besuchen. Diese ist ähnlich schön aber günstiger (nicht  zu verwechseln mit billig …) und weniger überlaufen. Unsere Entscheidung fiel auf eine dreitägige Schiffstour.

Wir wurden von einem Luxusvan vor dem Hotel abgeholt und kamen nach über 4 Stunden (inkl. Umweg wegen Stau und Zwischenstops) am Hafen an. Nach etwas Wartezeit wurden wir zur Yacht transportiert. Nettes Boot mit toller Aussicht aus dem Bad, fragwürdiger Deko und Sonnendeck.

Beim Essen an Deck bekamen wir bereits erste Eindrücke der wunderschönen Bucht mit ihren einzigartigen Felsformationen. Einen guten Teil der Reise verbrachten wir auf dem Boot und konnten die Umgebung zu verschiedenen Tageszeiten bestaunen.

Zahlreiche Aktivitäten ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Wir konnten mit Kanus die Gegend erkunden, besuchten ein Fischerdorf, sahen Tellergroße Austern, erfuhren wie man Perlen züchtet und durften im Meer schwimmen. Wobei bei letzterem aufgrund der hohen Anzahl an Quallen besondere Vorsicht geboten war.

Kulinarische Versorgung kam auch nicht zu kurz. Einmal auf einer kleinen Insel mit Strand und Tropfsteinhöhle. Am letzen Abend beschenkte uns der Koch noch mit aus Essen geschnitzten Kunstwerken, ehe es am dritten Tag wieder Richtung Hanoi ging – mit Zwischenstopp bei einer Water-Puppet Show.

Station 3: Sapa

Nach einer weiteren Nacht in Hanoi ging es am nächsten Morgen gleich Richtung Sapa. Die 6-Stündige Anfahrt offenbarte ein uns unbekanntes in Vietnam sehr beliebtes Fahrzeug: Den Schlafbus.

Dort angekommen (und nach etwas Suche) fanden wir unsere Tourguide, die uns den vierstündigen Aufmarsch weisen würde. Nach kurzem Weg durch die Stadt ging es rasch in die atemberaubende Landschaft aus Wildnis und Reisfeldern. Als Österreicher, der in den Bergen aufgewachsen ist, fühlt man sich hier rasch wohl!

Begleitet wurden wir von zwei NeuseeländerInnen und je näher wir dem Ziel waren immer mehr lokalen Frauen, denen wir oben angekommen etwas Handwerk abkauften (und zum ersten Mal etwas feilschen mussten), wobei sich herausstellte, dass das frisch mit Indigo gefärbte Material noch gut abfärbt.

Unterwegs sahen wir zahlreiche freie, tote und domestizierte Tiere.

Oben angekommen verbrachten wir den Abend und die Nacht bei einer lokalen Familie. Das Haus war sehr einfach und rundherum auf Selbsterhalt (Tiere, Bambus, Reis) ausgelegt. Das modernste daran war das Klo, das es wohl nur für uns TouristInnen gibt. Dank Leuten wie uns kann sich die Familie dann kleinere Luxusgüter wie Gasherd, Moped und Handy (Lieblingsbeschäftigung der Kinder) leisten.

Die Leute waren sehr lieb und tischten uns ein ordentliches auf. Beim Zusammensitzen am offenen Feuer (mitten im Raum) ließen wir den Abend ausklingen, ehe wir uns in unser Moskitonetz bedecktes Bett zurückzogen.

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Der Abmarsch am nächsten Tag dauerte sieben Stunden. Diesmal waren es nur Sylvia, ich und unsere neue Guide (abgesehen von der Gruppe junger Frauen plus Guide, deren Weg wir regelmäßig kreuzten).

Der Marsch war noch schöner (wenn auch reichlich heiß und unter Verlust Sylvias Sandalen). Wir aßen frisch gepflückte Gurken, planschten im Bach und wanderten direkt durch Reisfelder.

Erschöft aber glücklich bestiegen wir wieder den Schlafbus, um unsere letzte Nacht in Hanoi zu verbringen, ehe wir das Flugzeug Richtung Hue bestiegen.

Station 4: Hue

Frisch in Hue angekommen bemerkte ich, dass eine interessante Einrichtung, die ich bereits in Sapa gehesen hatte, die scheinbar in Vietnam üblich ist (wie später auch weitere Male bestätigt wurde): Das Duschklo. Bei näherer Betrachtung sah ich auch unsere Zimmergenossin, wir nannten sie liebevoll Kaka „Kacki“ Lake. Sie blieb uns drei Tage treu und bewegte sich in der Zeit kaum.

Der Spaziergang am ersten Abend zeigte uns die Parkanlagen rund um den zentralen Fluss sowie unser Stammlokal, wo wir drei Abende hervorragend aßen und Cocktails tranken.

Tag 2 in Hue verbrachten wir mit einer Tour, die uns einige der umliegenden Sehenswürdigkeiten in einem engen Zeitplan näherbrachte.

Erster Ort:  Imperial City / Forbidden City. Der Regentensitz der Nguyen Dynastie, die zwischen 1802 und 1945 über Vietnam „regierten“, zu einem guten Teil unter Französischer Kolonialherrschaft.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem alten Tee / Zeremonienhaus schauten wir uns die Pagoda of the Celestial Lady an.

Jede Dynastie, die was auf sich hält (selbst wenn sie gerade mal 150 Jahre dauert), braucht natürlich auch Grabstätten für das Nachleben. Der zweite Nguyen setzte hier auf einen ruhigen Ort zur ewigen Entspannung.

Der vorletzte Nguyen war derart von seiner faktischen Ohnmacht gekränkt, dass er sich für die Nachwelt eine protzige Festing installierte. Die Grabstätte hat mehr Zeit zu bauen gebraucht, als der Insasse regierte.

Ein weiterer Nguyen richtete besonderes Augenmerk auf seine Familie, sodass diese in der Nachwelt auch genug Platz haben. Die Familie durfte sogar selber ableben und wurde nicht mit Tod des Regenten zwangsverpflichtet.

Am nächsten Tag wollten wir eine ähnliche Tour in die Demilitarisierte Zone (in der entgegen des Namens besonders viel gekämpft wurde) absolvieren. Da wir zu spät dran waren und die Tour ausgebucht war, organisierten wir uns ein Private Car (faktisch ein Taxi mit Flatrate) und ließen uns den weiten Weg kutschieren.

Erster Stopp war die Dak Rong Bridge, welche ein wichtiger Eckpunkt des Ho Chi Minh Trails (Versorgungsroute aus Nordvietnam an die südvietnamesischen Viet Cong während des „Amerikanischen Krieges“) und dementsprechend auch mehrfach zerstört wurde.

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In Khe Sanh war ein amerikanischer Militärposten, der in einem Kraftakt von Nordvietnamsichen Kämpfern eingenommen wurde. Heute ist dort ein kleines Museum, Kriegsschrott und teilweise erhaltene Schützengräben.

Die Vinh Moc Tunnels auf der anderen seite der DMZ zeigen, wie sich die Bevölkerung vor den Bombenteppichen der Amerikaner geschützt hat, indem sie kilometerlange unterirdiesche Tunnelsysteme baute. In diesen wurde gewohnt, gekocht, gelebt und sogar Kinder gekriegt.

„Station 5“: Easy Rider Richtung Hoi An

Für unsere Reise in das nicht allzuweit entfernte Hoi An entschieden wir uns für eine Easy Rider Tour. Diese bestand aus zwei Motorrädern, zwei Fahrern und wir sowie unser Gepäck hinten draufgeschnallt. Es brauchte durchaus eine gewisse Überwindung, sich dazu zu trauen (Vietnam hat eine der verheerendstenden Verkehrsunfallstatistiken der Welt), aber es hat sich voll ausgezahlt.

Wir sahen Reisfelder, Fischdörfer, Strände, Hügel und Ruinen.

Unterwegs besuchten wir den Elephant Spring und enspannten uns für eine Stunde im kühlen Nass.

Letztes Highligt der Tour: Die Marble Mountains. Eine riesige Höhle mit zahlreichen Figuren und Fabel-Bildnissen.

Station 6: Hoi An

Wir strandeten hier relativ unvorbereitet und wussten erst nicht so recht, was genau wir hier machen sollten. Also spazierten wir erst mal durch das kleine Städtchen (und tappten für das Essen zum ersten Mal in eine Touristenfalle). Erster Eindruck war sehr nett.

Das Herzstück – die UNESCO zertifizierte Altstadt – durchforsteten wir aber erst am zweiten Tag. Diese hat definitiv einen großen Charme. Es ist wie schon seit je her eine Handelsstadt, wo überall etwas feilgeboten wird, besonders Kleidung. Sylvia und ich sind eigentlich nicht so die passionierten ShopperInnen, konnten aber doch nicht widerstehen und schlugen mehrfach zu (und lernten, dass wir ganz schlechte PreisverhandlerInnen sind). Ebenfalls zu sehen, viele kleine Museen.

Wir hatten sogar das Glück, genau zu Vollmond hier zu sein, wo traditionellerweise tausende Lampions aufgehängt sind (was leider auf unseren Fotos nicht so gu trüberkommt).

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Ein Highlight des ganzen Urlaubes war der hier absolvierte Kochkurs. Wir starteten mit Einkaufen am Markt, fuhren zu einer kleinen Insel (Krebsfischen – ohne Ausbeute – unterwegs) und lernten anschließend, wie aus Reiskörnern Reisnudeln entstehen. Bei ständigem Nachschub an Passionsfrucht-Saft kochten wir vier traditionelle Gerichte.

Ein Ausflug zu den Ruinen von My Son darf hier natürlich auch nicht fehlen. Hier lebte einst ein Hindu-Volk, das aber mittlerweile über Südostasien verstreut und zu einem Großteil zum Islam übergetreten ist.

In der wenigen unverplante Zeit die wir hatten schnappten wir uns ein Fahrrad und namen das Abenteuer (bei dem Verkehr ist das wörtlich zu nehmen!) auf, zum Strand zu fahren.

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Station 7: Ho Chi Minh City (Saigon)

Wieder per Inland-Flug ging es zu unserer letzten Station: Ho Chi Minh City. Es fiel uns bereits auf, dass je weiter Richtung Süden wir uns bewegen, desto touristischer sich alles darstellt. Der Höhepunkt hierbei ist die Hauptstadt. Es gibt touristische Party-Straßen und an jedem Eck wird man angesprochen, ob man nicht Sonnenbrillen/Fecher/Transportservices kaufen möchte.

Auch der Verkehr verdichtete sich hier noch mehr, die Straßen sind breiter, verhältnismäßig mehr Autos sind unterwegs und es ist noch schwieriger, über die Straße zu kommen (immerhin werden hier die Ampeln nicht komplett ignoriert).

Vom Aussichtsturm aus sieht man die Ausmaße dieser Metropole.

Die Wirklich sehenswürdigen Sehenswürdigkeiten in der Stadt halten sich in Grenzen. Wir besuchten das War Museum, Notre Dame (wobei es leider bei uns abgesperrt war) und das Rathaus.

Ein Ausflug in das Mekong Delta muss natürlich sein. Wir entschieden uns für einen zweitägigen Trip. Am ersten Tag wurden wir per Bus in das Gebiet gebracht und per Boot an mehrere Stationen gebracht: Eine Kanu-Fahrt, eine Kokos-Süßigkeiten „Fabrik“ und Essen mit ausgefallenen Speisen.

Tag zwei war aufgrund des langen Rückwegs eher kurz, aber nicht weniger interessant. Eindrucksvoll war der Water Market, wo die Einheimischen ihre Großmengen an Nahrung einkaufen. Für uns gab es eine mobile Bar mit Kokosnüssen.

Wir erfuhren ein weiteres Mal, wie Reisnudeln hergestellt werden (diemal in größeren Mengen) und hatten die Möglichkeit, etwas durch die Gegend zu radeln (wenn auch auf der Felge aus Mangel an Luft im Reifen).

Durch unsere kurzfristige Planung hatten wir noch zwei Tage über, die wir nicht einfach so in Saigon verbringen wollten. Auf der Suche nach interessanten Auflügen stießen wir auf Mui Ne.

Ein letztes Mal stiegen wir in den Schlafbus, um die 5 Stunden Reise anzutreten. Den Abend verbrachten wir im (etwas heruntergekommenen) Hotel mit Swimmingpool und Meerblick.

Um 4:30 ging es dann los. Wir wurden per Jeep abgeholt und an die verschiedenen Sanddünen gebracht. Müde aber glücklich beobachteten wir (gemeinsam mit zahlreichen anderen TouristInnen) den Sonnenaufgang.

Nach einem kurzen Besuch an einem Fischerstrand spazierten wir barfuß den Fairy Stream entlang, ein seichter Bach, der sich langsam durch den Sand frisst.

Zum Frühstück waren wir dann wieder im Hotel, verbrachten den restlichen Vormittag beim Pool und fuhren am Nachmittag retour nach Ho Chi Minh City.

Als allerletzten Ausflug unternahmen wir eine Halbtages-Tour zu den Cu Chi Tunnels. Ähnlich wie in den Vinh Moc Tunnels lebten die Menschen hier zu Kriegszeiten unter der Erde. Der Fokus war aber ein anderer, denn hier war hart umkämpfte Kriegszone und die Tunnel waren stark militärisch ausgerichtet und rundherum viele Fallen implementiert.

Nach Rückkehr war gerade noch genug Zeit, Essen zu gehen (ich entschied mich für gegrillten Frosch), ehe wir den 18 Stündigen Rückweg antraten. Müde aber glücklich und mit einiges an Loot ausgestattet kamen wir daheim an.

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Fazit: Großartige Reise, kann ich wirklich wärmstens empfehlen! Wer Vietnam noch halbwegs autentisch erleben will, sollte sich aber beeilen, das Land verändert sich gerade sehr stark aufgrund des Anstiegs an Tourismus.

„Warum Brüssel? Des is doch schiach?“

Es ist mittlerweile zwei Wochen her, als wir das verlängerte Wochenende in Brüssel verbrachten. „Aber warum Brüssel? Des is doch schiach“ warnte uns ein nicht näher definierter Freund. Zugegeben, die Idee kam nicht, weil wir uns dachten, dort ist es so schön, da müssen wir unbedingt einmal hin. Aber eine Freundin besuchen ist immer eine gute Ausrede für eine Reise.

Etwa zu Mittag angekommen, gingen wir erst mal essen. Es gibt zu jedem Mahl grunsätzlich Pommes Frites und die sind in Brüssel tatsächlich ausgezeichnet! Danach spazierten wir durch die Stadt. Es gibt jetzt keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Wir finden einen angeberischer Hauptplatz und ein Faible für pinkelnde Statuen.

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In die spärlich verstreuten Parks konnten wir leider erst am zweiten Tag rein, da ganz Brüssel in Ausnahmezustand wegen des Besuchs eines bekannten amerikanischen Politikers war …

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Tag 2 beinhaltete weiters einen Ausflug zum Atomium. Abgesehen davon, dass es das Atomium gibt, wussten wir darüber im Vorfeld nichts. Stellt sich heraus, dass diese Sehenswürdigkeit ein Monument aus dem Höhepunkt des Atomenergie-Hypes ist, man sich 45 Minuten anstellt, um mit dem Lift nach ganz oben zu fahren und ohne Reservierung im dort befindlichen Restaurant wohl nach maximal 5 Minuten gelangweilt wieder nach unten fährt.

Man kann dann noch ein bisschen in den Kugeln herumgehen. Wer hier eine informative Ausstellung über Atomkraft, die Physik dahinter, Geschichte und Kritik zu dem Thema vermutet, wird enttäuscht und mit der Baugeschichte des Konstrukts sowie einer (temporären) Ausstellung über eine lokale Fluggesellschaft abgespeist.

Alles in allem ein eher enttäuschender Ausflug. Immerhin war der Ausblick von unten und von oben ganz ok.

Die nächste Sehenswürdigkeit war dann viel spannender: Das Comic-Museum. Man wird schon beim Eingang von „lebensgroßen“ Belgischen Comic-Iconen (Lucky Luke, Tim und Struppi, …) empfangen. Der erste Teil der Ausstellung zeigt die Geschichte von Comics, die Schritte bei der Erschaffung eines Comics, verschiedene Techniken und Genres, gefolgt von einer Sonderausstellung über einen speziellen Comic (l’étranger).

Abschließend gibt es noch ein Stockwerk „für die Kinder“ mit viel Schlümpfen sowie Asterix und Obelix. Nach über 2 Stunden verließen wir erschöpft aber zufrieden die Ausstellung.

Neben dem Pech der „Trump’schen Aura“ über der Stadt hatten wir gleichzeigt das Glück, dass gerade ein Jazz-Festival in der ganzen Stadt mit mehreren Schauplätzen veranstaltet wurde. So konnten wir Abends neben dem berühmten belgischen Bier auch tolle Musik genießen.

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Den letzten Tag widmeten wir einem Ausflug zum Strand. Stellt sich heraus, dass etwa zwei Stunden Zugfahrt entfernt ein toller Strand ist. Wenn man den kurzen Regenschauer abwartet, kann man sogar ins halbwegs gut temperierte Wasser gehen.

Fazit: Brüssel mag nicht der spannendste Ort der Welt sein, als „schiach“ würd ich es aber definitiv auch nicht bezeichnen!

Kingdom of Illyria

Sehr spontan tat sich letzte Woche die – heuer wohl einzige – Möglichkeit zu einem Kurzurlaub auf. Da das mit spontanen Last-Minute Angeboten nicht zufriedenstellend funktionierte, setzten wir uns Freitag Nachmitag einfach in den Zug nach Slovenien.

Freitag Abend / Samstag tagsüber verbrachten wir in Ljubljana und spazierten durch die kleine aber sehr nette Innenstadt, inklusive dem Schlossberg.

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2016_07_Slovenia_030Samstag Abend ging es dann mit dem Zug nach Koper, wo wir zwei Tage unser Lager aufschlugen.

2016_07_Slovenia_052 2016_07_Slovenia_058 2016_07_Slovenia_064Mittels ausgeborgter Fahrräder erkundeten wir die komplette Slovenische Küste, von Piran bis fast Triest.

2016_07_Slovenia_072 2016_07_Slovenia_074 2016_07_Slovenia_075 2016_07_Slovenia_082Leider war die Direktverbindung von Koper nach Wien nicht gut, sodass wir schon Montag Abend unser „Abschiedsgetränk“ trinken mussten. Anschließend ging es zurück nach Ljubljana und Dienstag Früh nach Wien.

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I survived Kings Landing

… oder auch: Eine Woche Urlaub in Dubrovnik.

Ich kann nicht leugnen, dass der Hauptgrund für die Wahl von Dubrovnik als Urlaubsziel die TV Serie Game Of Thrones ist. Die Stadt und umliegende Schauplätze werden uns als Kings Landing und Qarth verkauft und so phantastisch wie sie im Fernsehen rübekommen sind die die Orte auch live zu erleben.

Die Kroatische Stadt Dubrovnik ist direkt an der Küste und bietet wunderschöne Klippen mit Aussicht auf das strahlend blaue Meer. Die Gebäude wirken (und sind es zu guten Teilen auch) wie lebendig gebliebene Zeitzeugen vergangener Jahrhunderte.

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Auffallend ist, dass anstatt von TouristInnen übersähten Sandstränden es relativ freie Zugänge zum Meer gibt. Diese sind entweder mit Kieselsteinen bedeckt oder gar vom Felsen geformte (oder in den Felsen gebaute) Stellen, an denen man einfach reinspringen kann – sogar mitten in der Innenstadt.

2015-09_Dubrovnik_004 2015-09_Dubrovnik_005 2015-09_Dubrovnik_033 2015-09_Dubrovnik_194Es gibt keine Abzäunungen und verbotene Zonen und so ist es ein Leichtes, abseits der Wege oder außerhalb der Stadtmauer die Felsen zu erklimmen und sich gemütlich den Sonnenuntergang anzuschauen.

2015-09_Dubrovnik_140 2015-09_Dubrovnik_218 2015-09_Dubrovnik_225Das Herzstück von Dubrovnik ist die Altstadt. Diese beinhaltet Jahrhunderte alte Häuser (mit dem Jugoslavien-Krieg verschuldeten neuen Dächern) und eine vollkommen erhaltene Stadmauer.

Schlendern durch die Gassen fühlt sich so an, als würde man durch eine mittelalterliche Stadt spazieren. Natürlich ausgenommen der Scharen an Touristen, der Massen an Souvenierläden und Lokalen.

2015-09_Dubrovnik_1262015-09_Dubrovnik_1152015-09_Dubrovnik_0462015-09_Dubrovnik_0482015-09_Dubrovnik_063Als Hauptnahrungsmittel wählte ich Tintenfisch. Bei uns kennt man ihn hauptsächlich als gummiartigen Ring innerhalb von Panier, in Fett gebacken und mit Sauce Tartare garniert. Dort aß ich ihn hauptsächlich als Ganzes, meist gegrillt. Macht einen kleinen aber feinen Unterschied. Natürlich kann ich auch andere Meerestiere kann ich empfehlen.

2015-09_Dubrovnik_044 2015-09_Dubrovnik_045Neben Dubrovnik selbst kann ich auch Reisen an die umliegenden Inseln (zum Beispiel als Tagesausflug) empfehlen. Diese sind gut mit der Fähre erreichbar, wobei teilweise die Anzahl der Shuttles täglichen Fahrten nicht sehr hoch ist.

2015-09_Dubrovnik_129 2015-09_Dubrovnik_150 2015-09_Dubrovnik_166Last but not least durfte eine geführte, eintägige Game of Thrones Tour natürlich nicht fehlen.

2015-09_Dubrovnik_290Kings Landing:
Beim Haupteingang in die Altstadt wurde die gesamte Szene gefilmt, als King Joffrey in der zweiten Staffel mit Dreck beworfen wurde und es anschließend zum Handgemenge kam.

2015-09_Dubrovnik_040Hier sieht man sowohl die Bucht, in der Myrcella verabschieded wurde (kurz vor den oben genannten Szenen) als auch der Pier in der Shae und Sansa redeten und später Littlefinger seine Pläne Sansa wegzubringen offenbarte.

2015-09_Dubrovnik_2662015-09_Dubrovnik_270In der Burg gleich nebenan sowie in den Gärten ein paar Kilometer entfernt wurden einige Szenen gedreht.

2015-09_Dubrovnik_263 2015-09_Dubrovnik_299Wenn man hier ganz genau hinsieht (reinzoomt) und sich ein anderes Symbol am Boden der runden Terasse denkt, erkennt man den Schauplatz des Kampfes zwischen Oberyn Martell und Gregor Clegane.

2015-09_Dubrovnik_320Und beim nächsten Bild muss man sich die Geschäfte/Schirme und die Kleidung wegdenken, dann ist auch diese einprägsame Szene aus der fünften Staffel schnell erkannt.

2015-09_Dubrovnik_283Qarth
In einem Museum mitten in Dubrovnik werden Daenerys Schiffe verwährt, mit denen sie Westeros erobern will; auf der nahegelegenen Insel Lokrum findet eine Party in Qarth statt.

2015-09_Dubrovnik_2742015-09_Dubrovnik_275 2015-09_Dubrovnik_286Die Eindrücke des Urlaubs verleiteten uns, sofort wieder Game of Thrones (ab der zweiten Staffel) zu schauen. Der Fokus ist nun stark auf Beobachtung der Umgebung gewandert!

Ireland in a Busshell

Frisch zurück aus Irland brummt mein Kopf noch immer von den geballten Eindrücken, die ich in der vergangenen Woche erlebte.

Unorganisiert – wie wir das so gewohnt sind – landeten wir Montag Mittag in Dublin. Von dem Hostel in dem wir die ersten beiden Nächte verbrachten schnappten wir uns eine Hand voll Flyer und begaben uns in das erstbeste Pub. Die Planung unseres Trips artete in eine dicht gepackte Kulturreise aus, in der wir die konzentrierte Geschichte Irland in uns aufsogen und nebenbei spektakuläre Landschaften bewunderten.

Dublin
Ganz Irland ist geprägt von vielen (katholischen) Kirchen. Auch in Dublin findet man einige davon.

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Noch häufiger vertreten sind Pubs. Hierin fühlt man sich schnell heimisch, denn diese gleichen denen in Österreich. Unsere können aber nicht mit den Dimensionen in Irland mithalten. Dort sind die Pubs größer, es wird jeden Abend Live-Musik geboten und auch die Speisekarte weist neben den üblichen Burgern und Fisch&Chips so manche Eigenheiten auf (Lasagne mit Chips).

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Unsere erste geführte Geschichte-Stunde erhielten wir im ehemaligen Gefängnis Kilmainham Gaol. Nach einer ca. 30 minütigen Anstellzeit erhielten wir Tickets für die Führung. Eine weitere Stunde Wartezeit war im Museum in der Nähe des Eingangs schnell überbrückt.

Neben der Entwicklungsgeschichte des Gefängnisses wurde hier eine Formel zur „humanen“ Hinrichtung mittels Erhängen entwickelt. Sie berechnet Anhand der Körpermaße die mindeste Seillänge, um zu gewährleisten, dass der/die zu Hinrichtende durch Genickbruch stirbt und nicht bis zur Erstickung am Seil baumelt.

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Die Führung selbst beinhaltete neben beeindruckenden Räumlichkeiten viele Details über den Osteraufstand 1916, der den Trubel des ersten Weltkriegs ausnutzen wollte, um Irland unabhängig zu machen und dazu beitrug, dass dies wenige Jahre später auch geschah.

Den Heimweg nutzen wir für leichtere Kost und genossen die Landschaft, insbesondere den Garten einer Kunstuniversität. Hier wurde auch meine erste Idee für ein Motto des Blogeintrages geboren: „I came to this hand, and I call it … this hand“.

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Galway
Am Mittwoch setzten wir uns in einen Bus nach Galway und kreuzten so Irland von ganz Ost nach ganz West. Galway war bis zum Mittelalter eine florierende Handelsstadt. Bis sie wieder einmal erobert, die verwaltenden Klans vertrieben und die  Stadt heruntergewirtschaftet wurde.

Der Umstand ist dafür verantwortlich, dass die Gebäude der Innenstadt (und viel mehr ist Galway nicht) noch immer so aussehen wie vor 500 Jahren, wenn auch mit anderer Verwendung.

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Sehenswürdigkeiten sind die St. Nicholas Church (die fehlende Uhr am Turm in Richtung der protestantischen Kirche sind erste Anzeichen des jahrhundertealten Konflikts zwischen KatholikInnen und ProtestantInnen in Irland), Hookers, Claddagh Ringe und natürlich der Müllhaufen im Hafen.

2015-07_Ireland_0762015-07_Ireland_2042015-07_Ireland_3282015-07_Ireland_203Nach einer kurzen Stadtführung geht es weiter durch die wunderschöne Landschaft im Westen Irlands.

2015-07_Ireland_086 2015-07_Ireland_090 2015-07_Ireland_140 2015-07_Ireland_142Bis wir schließlich bei den Cliffs of Moher landen. Der Weg direkt neben den 700 Fuß tiefen Abgrund kann HöhenängstlerInnen (wie mir) ein mulmiges Gefühl einfagen.

Doch der Ausblick ist derart gigantisch und das Wetter für Schottland ungewohnt sonnig, dass man den Ängsten gerne trotzt und auch einmal einen Blick über die Kante wirft.

2015-07_Ireland_095 2015-07_Ireland_097 2015-07_Ireland_112 2015-07_Ireland_115 2015-07_Ireland_116 2015-07_Ireland_131Wir kosten jede Sekunde aus und kommen (nicht zum letzten Mal) erst in letzter Minute zum Bus, der uns zurück nach Galway bringt, wo wir zwei weitere Tage verbringen.

Aran Islands
Es ist mittlerweile Donnerstag und der Tag kündigt typisch Irisches Wetter an: ständiger Nieselregen und viel Wind. Wir entschließen uns, per Bus/Fähre zur Hauptinselder Aran Islands zu fahren.

Erst noch skeptisch – aber gestärkt durch einen Burger (und Irish Coffee) – borgen wir uns Räder aus und fahren die Hauptroute entlang. Wir finden eine selbst für irische Verhältnisse hohe Dichte an Steinmauern, einen Strand und natürlich katholische Gräber mit Keltenkreuzen (eine Mischung aus katholischem Kreuz und dem Kreis des Keltischen Sonnengottes, Trademark St. Patrick).

2015-07_Ireland_156 2015-07_Ireland_159 2015-07_Ireland_1622015-07_Ireland_1642015-07_Ireland_165Der Boden besteht zu einem großen Teil aus kargen, ausgeschwemmten Steinmaterial. Der fruchtbare Boden funktioniert nur, weil er (vor Jahrtausenden) mittels Algen gefüllt wurde. Schaut man sich die Flora (in ganz Irland) an, könnte man meinen, man ist auf einer Österreichischen Weide, haargenau die selben Blumen!

2015-07_Ireland_1732015-07_Ireland_174Den Abschluss unserer Inseltour bildet Dun Aonghasa. Der tatsächliche Sinn dieser Befestigung ist längst vergessen. Was bleibt sind hohe Wände aus gestapeltem Stein, die in Halbkreisen rund um eine Klippe stehen. Nicht ganz so hoch wie die des Vortages, aber nicht weniger beeindruckend.

2015-07_Ireland_181 2015-07_Ireland_184 2015-07_Ireland_188Ein Blick auf die Uhr untersagt uns leider das Besuchen weiterer Sehenswürdigkeiten. Auch so schaffen wir es nur knapp zum Hafen, um unsere Fähre zu erwischen und einen weiteren Tag erschöpft aber zufrieden zu beenden.

Den Freitag verbringen wir gemütlich in der (leider wieder verregneten) Innenstadt von Galway, besuchen das Museum und bestaunen noch ein paar AkteurInnen des gerade stattfindenden Arts-Festivals. Der Bus am Abend bringt uns wieder nach Dublin, wo wir unser neues Lager in einem ehemaligen Kloster aufschlagen.

Belfast
Um 6:45 sitzen wir abermals im Bus, diesmal geht’s in den Norden nach Belfast. Während der Fahrt lauschen wir der Irischen Geschichte, die letztendlich im Konflikt zwischen KatholikInnen und ProtestantInnen (eine verkürzte Darstellung der KontrahentInnen, geht es doch um Nationalität – Irischer Nationalstaat versus Britische Union) in Belfast, dessen Waffenstillstand noch nicht einmal zwei Jahrzehnte währt.

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In einem Black Taxi werden wir chauffiert von einem urigen „katholischen“ Belfaster. Mit viel Humor vermittelt er den sehr ernsten Konflikt und zeigt uns ein paar Mahnmale: Graffiti-Mauern die diversen AkteurInnen und Ereignissen gedenken, das Denkmal am Ort des „Bloody Sunday“ und die protestantische Seite der „Peace Wall“, die jährlich Graffiti KünstlerInnen anlockt.

2015-07_Ireland_210 2015-07_Ireland_217 2015-07_Ireland_218Ein Brauch an dieser Wall ist, dort Botschaften zu hinterlassen. So taten es auch wir.

2015-07_Ireland_220 2015-07_Ireland_329Die Tour ended vor dem Titanic Museum, das als Alternativprogramm zur Taxi-Fahrt angeboten wurde. Wir begnügen uns mit dem für uns neuen Wissen, dass die Titanic in Belfast gebaut wurde und steigen in den Bus.

2015-07_Ireland_334Welcher uns zu dem Giant’s Causeway bringt. Ein weiteres Mal nutzen wir jede Sekunde des zweistündigen Aufenthalts, um die atemberaubende Naturkulisse zu bewandern und bestaunen.

2015-07_Ireland_2402015-07_Ireland_246 2015-07_Ireland_249 2015-07_Ireland_251 2015-07_Ireland_258 2015-07_Ireland_261Besonders beeindruckend ist das Gestein an der Küste. Die beste Erklärung für die tausenden und abertausenden Steinbrocken in Bienenwaben-Form ist das schnelle Abkühlen von Lawamassen nach einem Vulkanausbruch.

2015-07_Ireland_275 2015-07_Ireland_281 2015-07_Ireland_286Als letzte Station steuerten wir die Carrick-a-Rede Brücke an. Im vergleich zu den bereits besichtigten Sehenswürdigkeiten verblasst diese beinahe. Obwohl auch hier die Gegend wunderschön ist!

2015-07_Ireland_290 2015-07_Ireland_293 2015-07_Ireland_297 2015-07_Ireland_301Als kleines Schmankerl zum Schluss für Game of Thrones Fans: Die Landung von Theon Greyjoy in den Iron Isles wurde hier gedreht und in einem Feld darüber war das Camp von Renly Baratheon, auf dem Brienne of Tarth ihren Treueeid schwor. Die folgende Ruine – die wir schon viel früher passierten, aber die hier thematisch besser reinpasst – war Inspiration für Pyke.

2015-07_Ireland_317 2015-07_Ireland_335Ob der beeindruckenden Reise fällt es mir schwer, abschließende Worte zu finden. Ich kann mir gut vorstellen, wieder einmal eine Reise nach Irland anzutreten. Dann aber mit mehr Organisation, damit ich auch die Celtic Tour machen kann, die wir aus Mangel an freien Plätzen leider auslassen mussten.

Ah, Venice!

„Ah, Venice!“ Diese kurze Phrase gebrauchte ich am vergangenen Wochenende in exzessiven Ausmaß. Dieses Zitat ist das allererste, das mir einfällt, wenn ich an Venedig denke.

Ein Besuch der Biblioteca di San Barnaba war oblitagorisch und umso glücklicher war ich, dass unser erster Spaziergang ohne konkretes Ziel zufällig daran vorbeiführte. Klar war uns, dass weder die Bibliothek, noch die Fenster und schon gar nicht das X wirklich dort waren. Aber erst bei der Suche nach dem Kanaldeckel bemerkten wir, dass Venedig – naheliegenderweise – gar keine Kanalisation hat!

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Venedig strahlt einen ganz eigenen Flair aus. Der Mangel an Autos (wie auch anderer Landfortbewegungsmittel) bringt eine gewisse Gemütlichkeit in die Stadt. Die engen Gassen müssen zu Fuß erkundet werden. Eine Gasse kann gar nicht zu eng sein, um dort Haustüren zu finden und man verirrt sich leicht in den verwinkelten Gassen.

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Glücklicherweise ist Venedig nicht sehr groß und so findet man immer recht schnell zu Kanälen, an denen man sich orientieren und zumindest zum Grand Canal finden kann. Von dort aus ist es einfach per Watertaxi größere Distanzen zu überbrücken und das angestrebte Ziel zu erreichen.

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Von den vielen Inseln rund um den Kern sind Murano (Glaskunst) und Burano (Spitzen und Bunte Häuser) die berühmtesten. Leider konnten wir die Ausflüge dorthin nicht voll auskosten, da uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte.

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Dem Wetter hingegen ist es zu verdanken, dass der berühmte Markusplatz frei von den Menschen- (und Tauben-) massen war, vor denen wir gewarnt wurden. Für den Lift den Campanile hinauf mussten wir keine 10 Minuten anstehen und auch für die gewaltige Markuskirche bedurfte es kaum Wartezeit.

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Es sich kulinarisch gut gehen zu lassen hat hier seinen Preis, ein Abendessen mit zwei Gängen, Wein und Nachtisch kostet schnell mal 40€ aufwärts. Als richtiger Glücksgriff entpuppte sich ein unscheinbares Lokal am Grand Canal. Für 80€ (inkl. Trinkgeld) bestellten wir einmal das gehobene und einmal das Luxusmenü. Mein Teil bestand aus Muscheln als Vorspeise, Hummer mit Gnocci und Salat als erster Gang und Fisch als zweiter Gang. Dabei war eine Flasche Wasser, eine halbe Flasche guter Wein, Kaffee (mein Kaffee des Jahres), Likör und Nachtisch inklusive. Selbst der Aperol-Spritz, den wir extra bestellt hatten und die Möwe, die unspermanent beobachtete, wurden nicht extra verrechnet.

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Nach dem um einen Urlaubstag verlängerten Wochenende blicke ich auf eine sehr schöne Reise zurück. Die relative Nähe (7h Zugfahrt von Wien aus) und die überschaubare Größe macht Venedig einen idealen Ort für einen Kurzausflug. Es würde mich nicht wundern, wenn es mich eines Tages wieder dorthin verschlagen würde – so die Stadt noch nicht versunken ist.

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Ah, Venice!

They are more like guide-lights anyhow

Oder auch: Urlaub in Portugal.

Porto
Sylvia war vorletzte Woche in Portugal auf Konferenz. Anlass genug, um meinerseits nachzufliegen und die darauffolgende – also letzte – Woche als Urlaubsgast dort zu verbringen.

Die ersten Erkundungsgänge durch die Stadt brachten zwei Erkenntnisse. Erstens: Ampeln sind in Portugal mehr oder weniger zur Zierde da. Hier meine ich nicht das gelegentliche Rüberhuschen bei rot, wenn gerade kein Auto kommt, sondern offenes drüberspazieren begleitete von stillschweigenden AutofahrerInnen, die deswegen bei grün stehenbleiben müssen. Zweitens: In Portugal gibt es Unmengen an verlassenen Häusern. Nicht nur in Seitenstraßen oder außerhalb des Kerns. Nein auch mitten in der Stadt, direkt neben TouristInnen-Attraktionen.

2014-07_Portugal_Meni_006 2014-07_Portugal_Meni_015 2014-07_Portugal_Meni_060Diese werden von der Stadt dann freudlicherweise zugemauert, damit Obdachlose (die es zu genüge gibt) nicht auf die Idee kommen, darin unterschlupf zu suchen. Porto hat sogar einen eigenen Künstler – Hazul – der sich darauf spezialisiert hat, verlassene Häuser zu verzieren, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.

2014-07_Portugal_Meni_069+071Am zweiten Tag nahmen wir an einer FreeCity-Tour teil. Dies kann ich nur empfehlen. Man geht dabei mit einem/einer Guide durch die Stadt, sieht sich einige sehenswerte Schauplätze und erhält sogar noch Lokaltipps.

Mutmaßliche Inspiration für Harry Potter (Buchladen und Griffon-Springbrunnen); Café Paris (sehr günstiges Essen, tolle Flohmarkt-Einrichtung und eine der wenigen Gelegenheiten Gemüse/Salat zu bekommen):

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Sonstige Eindrücke aus Porto: Ausblicke von divesen Erhöhungen, Street-Art, „Eiffel-Brücke“, Sylvia und ich bei schöner Aussicht.

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Lissabon
An Tag drei nutzten wir unsere spontane Reiseplanung (wir hatten lediglich Flug und zwei Übernachtungen im Vorhinein gebucht) und machten uns auf nach Lissabon.

Wir merkten schnell, dass Lissabon wesentlich größer (schwerer zurecht zu finden) und auch touristischer (teurer) ist. Nach einem kleinen Umweg fanden wir unser Hostel in einer steilen Seitengasse, die gerade von halb creepy zu ziemlich awesome umgemalt wurde.

2014-07_Portugal_Meni_093 2014-07_Portugal_Meni_155 2014-07_Portugal_Meni_194Auch in Lissabon nahmen wir an einem Free-City-Walk teil, um uns einen Einblick von der Stadt zu verschaffen. Der Hauptfokus lag aber bei den Strandausflügen, die wir alle drei in Lissabon verbrachten Nachmittage unternahmen.

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Sonstige Eindrücke: Gockel, Aussicht von der Burg, „Eiffel-Aufzug“ (5€ für 30 Sekunden Fahrt, mit mehr Anstellzeit als es dauert, einfach nach oben zu gehen), Lotterieticketverkäufer (Denkmal an einen aussterbenden Beruf. Steht ironischerweise auf einem Pest-Opfer Friedhof), Sylvia und ich bei der Burg.

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Portwein
Das Beste hielten wir uns bis zum Schluss auf. Am letzten Tag besuchten wir einen Portweinkeller, ließen uns Geschichte und Herstellmechanismen erklären und verköstigten ein paar gute Weine.

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Gleich im Anschluss tranken wir noch ein Gläschen 20-jährigen Portwein (was nicht wortwörtlich zu verstehen ist, sondern eine Beschreibung des Geschmacks darstellt) und deckten uns für daheim ein.

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Und wie jeder Urlaub, war er viel zu schnell vorbei …