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Smash, A-aaaah!

Seit im Dezember das neue Smash Bros. Ultimate für die Nintendo Switch erschien bin ich im Smash-Fieber. Ich habe stundenweise Youtube Videos verschlungen und nach einer langen Anlaufzeit, wo ich schwer überfordert und komplett unkoordiniert Button mashte, fühle ich mich im präferierten – Modus 1 vs 1, no items, no hazards – halbwegs wohl. Es war also an der Zeit, ein Turnier zu besuchen.

Ich stellte mich gestern im Respawn mit meinem Main – Link – der Konkurrenz. Die erste Runde startete recht vielversprechend. Eingeleitet wurde es mit Bohemian Rhapsody im Hintergrund und mit leichten Anfangsschwierigkeiten stellte ich meinen sichtlich erfahreneren Gegner durchaus vor Herausforderungen. Es lief auf den letzten Stock hinaus, in dem wir beide jenseits der 130% hatten, ich aber leider den kürzeren zog. Im zweiten Spiel ließ die Konzentration nach und ich wurde von Cloud von der Plattform gefegt. Ich sammelte mich wieder und war bereit für die nächste Runde, als ich realisierte, dass best of 3 auf zwei gewonnene geht und die Runde vorbei ist. Damn!

Als Verlierer bekommt man aber immerhin noch eine Chance und darf gegen einen Zweitrunden-Verlierer antreten (also jemanden, der das erste Spiel gewonnen und das zweite vorloren hat). Drei Stunden später trat ich gegen einen rosa Yoshi an. Ich merkte sofort, dass ich a) wieder unaufgewärmt und b) komplett unerfahren gegen Yoshi war. Er jonglierte mich sofort herum und als ich langsam lernte, wie ich damit umgehe, war ich schon 1,5 Stocks hinten. Ein Leben kriegte ich zwar noch, aber das reichte nicht. In der Mitte des zweiten Spiels kam ich langsam in Form, aber da war der Rückstand schon zu groß, um die Partie noch rumzureißen. So verlor ich auch Runde 2 mit 0:2 Siegen.

Ich war zwar in beiden Spielen eindeutig unterlegen, sehe aber, dass ich nicht hoffnungslos hinten nach war. Deswegen hier die Ursachenforschung sowie Verbesserungs-Überlegungen:

  • Ungewohnte Umgebung
    Ich war zum ersten Mal im Respawn, kannte niemanden und war auch mit dem Turnierformat nicht vertraut. Das erzeugt natürlich Spannung und schlägt sich in der Performance nieder. Das wird das nächste Mal sicher besser.
  • Unaufgewärmt
    Es dauert immer ein bisschen, bis man ins Spiel findet. Es ist sehr schwierig, wenn man erst wieder mit den Controls vertraut werden muss, man aber sofort hohe Leistung bringen muss und nur ~15 Minuten Zeit hat, den Gegner zu besiegen. Man kann vor Turnierbeginn schon am lokalen Setup üben bzw. die Handheld Switch anwerfen und zumindest ein bisschen im Trainingsmodus üben.
  • Setup
    Die Setups fühlten sich ungewohnt an. Es fühlte sich so an, als wären die Fernseher laggy bzw. würden meine Controls nicht immer so angenommen werden, wie ich es geplant hatte. Das Problem haben natürlich alle, aber die anderen waren darauf besser eingestellt. Ein paar Trainingsspiele auf den Setups würden da sicher helfen.
  • Alkohol
    Ich hab vor dem ersten Spiel einen Cider getrunken, vor dem zweiten noch einen. Das ist nicht viel, aber hat sicher auch einen Einfluss. Nächstes Mal lass ich das weg.
  • Luft
    Der Raum war klein und stickig. Das schlägt sich auf die Konzentration nieder. Ich blieb so viel Zeit wie möglich drinnen, weil ich zuschauen und lernen wollte. Insbesondere wollte ich meine Gegner studieren. Wirklich viel hat es mir aber nicht gebracht. Das nächste Mal gehe ich öfter raus, besonders vor den Spielen.

Das waren mal die leichten Ursachen, für die ich nichts kann. Nun aber zu den eigentlichen Gründen, warum ich verloren habe. Da gibt es nichts zu beschönigen:

  • Ich war schlicht und einfach unterlegen.
    Meine Gegner hatten wesentlich mehr Erfahrung. Auch wenn ich nicht kampflos unterging, so war ich eindeutig unterlegen und habe verdient verloren. Konkret fiel mir folgendes auf:
  • Plattformen
    Ich spiele am liebsten Final Destination. Dort finde ich mich zurecht, dort ist mir nichts im Weg. Gespielt wurde aber immer Battlefields. Besonders fiel mir auf, dass ich nicht verinnerlicht habe, wie ich Plattformen verlasse. Oft blieb ich an der Kante hängen, obwohl ich runter wollte (von der Plattform rollen geht nicht!). Ab sofort wird Battlefields als Standard definiert. Das verhindert auch häufig auftretende Nicht-Turnier Stages im Online-Play.
  • Up-Smash
    Der ist gleichzeitig meine stärkste Waffe aber auch mein größter Feind. Ich mache ihn viel zu häufig und oft aus Reflex. Er funktioniert auch oft sehr gut und wenn er nicht killt, macht er zumindest „a ton of damage“. aber zu über 50% geht er ins Leere und ein guter Gegner kann ausnutzen, dass ich ewig in einer Animation feststecke (am Turnier wurde ich selten dafür bestraft). Up-Tilt ist oft die schnellere und sicherere Variante. Das muss ich verinnerlingen.
  • Grab
    Ich glaub, ich hab keinen einzigen Grab in allen 4 Spielen gebracht. Nicht einmal versucht. Das ist ungenütztes Potential und wenn mein Gegner das realisiert, muss er keine Grab-Counter behirnen.
  • Boomerang
    Der Boomerang ist mein Lieblingstool. Ich komme damit auch ganz gut zurecht und er ist super nervig für die Gegner. Zwei Dinge fallen mir auf: 1) ich setze ihn gern als Panikwaffe ein. Da er eine relativ lange Anfangsanimation hat ist das aber nicht gut, wenn mein Gegner zu nahe dran ist. Noch schlimmer ist es, wenn der Boomerang grad unterwegs ist. Dann mach ich die lange Animation ohne darauffolgendes Geschoss! 2) Input-Genauigkeit. Ich bin mir nicht sicher, ob das am Lag lag oder ich generell ungenaue Eingaben hab. Wenn ich den Boomerang schräg nach oben oder unten werfen will, mach ich aber viel zu häufig Special-Up oder Special-Down. Das bring mich aus dem Konzept und ist fast immer der strategisch schlechtere Move.
  • Out of Shield Options
    Wenn der Gegner auf den Schild schlägt, ist das meist eine sehr gute Möglichkeit für Konter. Je nach Situation ist nair, grab oder up-b gut. Das nutz ich viel zu selten. Und insbesondere up-b schaff ich sehr häufig nicht, wenn ich es machen möchte. Das lässt mich dann regelmäßig baff zurück, mein Schild schrumpft und mein Gegner grabt. Daran muss ich arbeiten.
  • Short-Hop
    Ich schaffe es nicht, konsistent einen Short-Hop zu machen, wenn ich das will. Das ist insbesondere mit Platformen ein Problem, da ich dann nicht nair unter der Platform mit sofortigen Angriff durchführe, sonder auf der Platform stehe und von unten anfällig bin. Ich muss daran arbeiten, dass ich tatsächlich immer den Sprung mache, den ich machen will. Fortführend soll dann auch fast-fall immer funktionieren, wenn ich es brauche und letztendlich mit Bombe in der Hand kommt z-drop dazu.
  • Edge-Guarding
    Da hab ich noch kein gutes Konzept. Ich beschränke mich meist auf Geschosse. Die erzeugen gut Druck und wirken auch oft. Aber da gibt es so viel mehr Möglichkeiten, die genutzt werden wollen.
  • „Years of Research“
    Das wohl größte Manko zum Schluss: Mir fehlt die Erfahrung gegen die meisten Charaktere. Ich hab schon häufig gegen Inklings gespielt und auch Cloud ist kein Unbekannter (deswegen ging das erste Spiel auch nicht so schlecht), aber von Yoshi hatte ich gar keine Ahnung. Ich denke, ich bin ganz gut darin, Patterns zu erkennen, aber was hilft es mir, wenn ich weiß, dass Yoshi gleich seinen Down-b macht, ich aber nicht weiß, was der beste (oder zumindest ein guter) Konter-Move ist? Videos schau ich schon viele. Ich verschlinge jedes Link-Video. Ich muss aber auch zusehen, wie andere Charaktere funktionieren. Das ist bei 72 Charakteren (bald +4) halt nicht so einfach. Und natürlich hilft hier: spielen, spielen, spielen. Und zwar im Turniernahen Modus. Ich muss also online möglichst bald in Elite-Smash (die quick play Gegner sind meist nicht gut und ich hab schon eine gute Erfolgsrate) und noch viel wichtiger, gute RL Gegner. Am besten mit anschließender Besprechung.

Mir macht das Spiel grad großen Spaß und ich bin richtig motiviert, mich da ordentlich reinzuknien (gut, dass ich nicht schon andere zeitintensive Hobbies hab …). Es wird sicher nicht mein letztes Turnier bleiben und ich freue mich schon drauf, mein Spiel zu verbessern und vielleicht den einen oder anderen Erfolg zu erleben – und sei es nur, nicht letzter zu werden.

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