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Smash – Round 2

Gestern hab ich es wieder probiert und mich ins Respawn zu einem Smash Turnier getraut. Das Ziel war es, zumindest eine Runde, idealerweise sogar ein Set zu gewinnen. Ich hatte viel geübt und war zuversichtlich, zumindest ersteres zu schaffen.

In Runde 1 spiele ich gegen einen Ness, der mir mitteilt, dass es sein erstes Ultimate Spiel ist. Wenn ich das nicht gewinne, kann ich meine Smash-Karriere gleich an den Nagel hängen, no pressure … Ich merke, dass er definitiv Smash Erfahrung in alten Titeln hat, aber offensichtlich noch nicht in Ultimate eingespielt ist. In meinem mit Abstand schwächsten Spiel verlier ich sogar die erste Runde knapp. Runde 2 und 3 kann ich aber klar für mich entscheiden und steige auf. Soll erfüllt, yes!

Runde 2 wieder ein Ness. Das erste Spiel werde ich ziemlich deklassiert. Im zweiten Spiel darf ich Final Destination wählen. Da fühle ich mich zwar wohler, mehr als einen Stock kann ich ihm aber nicht abgewinnen.

Mein Gegner im Losers-Bracket ist nicht mehr da und ich fahre einen Default win ein.

Runde 4 spiele ich erst gegen Mewtu. Ich kann durchaus mitspielen, unterliege aber klar. Mein Gegner wechselt dann auf Ken. Ich versehe das nicht ganz, vom Gefühl her würde ich nämlich sagen, dass Link dagegen ganz gut funktioniert. Ich springe ihm aber viel zu oft in den Uppercut und verliere auch hier klar – wenn auch nicht chancenlos.

Nun zur Analyse. Erst möchte ich schauen, was sich zum letzten Mal verbessert hat:

  • Umgebung
    Diese war mir mittlerweile vertraut, damit war ich grundsätzlich entspannter. Dazu kommt, dass ein Haufen meiner FreundInnen da waren und mich aufgebaut und angefeuert haben. Das war richtig cool! Ich verbrachte die meiste Zeit unten bei besserer Luft. Und ich trank keinen Alkohol, solange ich im Rennen war. Außerdem dauerte es dank mehr Spiel-Stationen wesentlich kürzer. Alles in Allem eine große Verbesserung.
  • Aufwärmen und Setups
    Ich spielte ein paar Aufwärmrunden und zumindest vor den ersten beiden Spielen machte ich davon gebrauch, dass ich ein paar Sekunden out of competition die Inputs testete. Die ersten beiden Setups waren richtig gut und responsive. Beim letzten war wieder lag drinnen. Es ist echt nervig, wenn man Inputs gibt, die verspätet oder gar nicht übersetzt werden. Das ist aber natürlich keine Ausrede, derartige Hacker bemerkte ich auch bei meinem Gegner. Ich muss lernen, damit besser umzugehen.
  • Platformen, Short-Hops
    Große Verbesserungen auch hier. Die letzten Wochen hab ich fast ausschließlich auf Battlefields verbracht. So bin ich mit der Map viel vertrauter und kann die Platformen teilweise sogar für mich nutzen. Bei den Short-Hops kam mir das Spiel-Update entgegen. Mittlerweile kriegt man einen garantierten Short-Hop, wenn man zwei Jump-Bottons gleichzeitig drückt. Das hab ich geübt und es funktioniert im Großen und Ganzen. Fast-Fall geht auch meist, C-Drop mit der Bombe setze ich noch gar nicht um.
  • Up-Smash, Grab, Out of Shield
    Ich mache keine Panik-Up-Smashes mehr. Gezielte Attacken nach oben hab ich großteils durch Up-Tilt ersetzt. Das ist grundsätzlich gut. Ich bin aber fast ein bisschen zu weit gegangen und könnte bei einem guten Read durchaus öfter Up-Smash einsetzen. Grab hingegen mach ich quasi gar nicht. Ich habs ein bisschen geübt, kann es aber im Kampf noch nicht wirklich einsetzen. Bei Out of Shield beschränke ich mich momentan meist auf Up-B, Jump oder Roll. Das funktioniert schon recht gut. Nair, Grab und Spot-Dodge müssen da aber als Optionen noch dazukommen.
  • Boomerang / Geschosse, Edgeguarding
    Die Richtung des Boomerangs funktioniert viel zuverlässiger und ich hab kaum noch falsche Inputs. Gelegentlich passiert es noch, dass ich Side-B ohne Boomerang einsetze, aber viel seltener. Bomben-Spielereien funktionieren auch immer besser und ich setze den Bogen häufig gut ein. Ich hab mir aber ein paar Routinen angeeignet, die ich etwas aufbrechen sollte. Z.B. werf ich häufig einen Boomerang und greife sofort danach zum Bogen. Das ist sicher oft gut, sollte aber nicht jedesmal passieren. Edgeguarding mit Geschossen wird immer besser, da ist aber noch viel Potential nach oben.
  • Years of Research
    Das ist nach wie vor die größte Baustelle und ich hab nicht wirklich ein Rezept dafür. Wieder hab ich öfter genau gewusst, was mein Gegner tut, aber keinen Konter parat gehabt (Ness fair trumpft meine aerials, was tun?). Ich kann ~1h pro Tag spielen. Selbst wenn ich gute Gegner für jeden Charakter finde (was ich nicht tu) und ich nur 1h pro Matchup Übung brauche (was nicht reicht), sind 2 Monate vergangen, bis ich alle durch hab … Ich denke ich muss mich mal auf allgemein gute Taktiken konzentrieren und dann so gut als möglich adaptieren. Vielleicht auf gängige Matchups fokussieren, aber auch hier fehlt mir die gezielte Gegnersuche.

Und nun zu ein paar neuen Punkten:

  • Killpower
    Mehrfach waren meine Gegner bei gut über 100% bis zu 200% und ich schaffte es nicht, den Stock zu holen. Link hat gute Kill-Optionen, die muss ich zuverlässiger einsetzen. Ich bin etwas scheu dabei, in den Nahkampf zu gehen, wo die meisten Kill-Optionen liegen und gute Gegner treff ich mit Bomben halt nicht zuverlässig. Hausaufgabe bis zum nächsten Mal: Raus aus der Komfort-Zone im Eck beim Geschosse spammen und rein ins Getümmel! Dazu: Edgeguard verbessern.
  • Recovery
    Link hat solide Recovery Optionen, ist aber manchmal recht berechenbar. Viel zu häufig verpatze ich die richtige Recovery und werde gespiket oder anderwertig gehindert, zurückzukommen. Manche Optionen (zweiten Sprung aufbehalten, low recovery oder Up-B gegen Gegner, die zu knapp am Rand stehen) gehen schon ganz gut. Gut getimete Dodges und Bomb recovery funktionieren hingegen noch gar nicht. Was auch noch nicht gut genug funktioniert ist die richtige Wahl zu treffen, wie ich von der Kante auf die Stage zurück komme. Da gibt es viele Optionen und nicht nur Attack oder Jump, was ich meistens einsetze und gut bestraft werden kann.

In Summe bin ich sehr froh, dass diesmal auch etwas Erfolg dabei war. 25. von 49 ist durchaus ok, wobei der Default-Win halt auch geschenkt war. Ich bin jedenfalls motiviert, weiter zu trainieren und an Turnieren teilzunehmen!

Smash, A-aaaah!

Seit im Dezember das neue Smash Bros. Ultimate für die Nintendo Switch erschien bin ich im Smash-Fieber. Ich habe stundenweise Youtube Videos verschlungen und nach einer langen Anlaufzeit, wo ich schwer überfordert und komplett unkoordiniert Button mashte, fühle ich mich im präferierten – Modus 1 vs 1, no items, no hazards – halbwegs wohl. Es war also an der Zeit, ein Turnier zu besuchen.

Ich stellte mich gestern im Respawn mit meinem Main – Link – der Konkurrenz. Die erste Runde startete recht vielversprechend. Eingeleitet wurde es mit Bohemian Rhapsody im Hintergrund und mit leichten Anfangsschwierigkeiten stellte ich meinen sichtlich erfahreneren Gegner durchaus vor Herausforderungen. Es lief auf den letzten Stock hinaus, in dem wir beide jenseits der 130% hatten, ich aber leider den kürzeren zog. Im zweiten Spiel ließ die Konzentration nach und ich wurde von Cloud von der Plattform gefegt. Ich sammelte mich wieder und war bereit für die nächste Runde, als ich realisierte, dass best of 3 auf zwei gewonnene geht und die Runde vorbei ist. Damn!

Als Verlierer bekommt man aber immerhin noch eine Chance und darf gegen einen Zweitrunden-Verlierer antreten (also jemanden, der das erste Spiel gewonnen und das zweite vorloren hat). Drei Stunden später trat ich gegen einen rosa Yoshi an. Ich merkte sofort, dass ich a) wieder unaufgewärmt und b) komplett unerfahren gegen Yoshi war. Er jonglierte mich sofort herum und als ich langsam lernte, wie ich damit umgehe, war ich schon 1,5 Stocks hinten. Ein Leben kriegte ich zwar noch, aber das reichte nicht. In der Mitte des zweiten Spiels kam ich langsam in Form, aber da war der Rückstand schon zu groß, um die Partie noch rumzureißen. So verlor ich auch Runde 2 mit 0:2 Siegen.

Ich war zwar in beiden Spielen eindeutig unterlegen, sehe aber, dass ich nicht hoffnungslos hinten nach war. Deswegen hier die Ursachenforschung sowie Verbesserungs-Überlegungen:

  • Ungewohnte Umgebung
    Ich war zum ersten Mal im Respawn, kannte niemanden und war auch mit dem Turnierformat nicht vertraut. Das erzeugt natürlich Spannung und schlägt sich in der Performance nieder. Das wird das nächste Mal sicher besser.
  • Unaufgewärmt
    Es dauert immer ein bisschen, bis man ins Spiel findet. Es ist sehr schwierig, wenn man erst wieder mit den Controls vertraut werden muss, man aber sofort hohe Leistung bringen muss und nur ~15 Minuten Zeit hat, den Gegner zu besiegen. Man kann vor Turnierbeginn schon am lokalen Setup üben bzw. die Handheld Switch anwerfen und zumindest ein bisschen im Trainingsmodus üben.
  • Setup
    Die Setups fühlten sich ungewohnt an. Es fühlte sich so an, als wären die Fernseher laggy bzw. würden meine Controls nicht immer so angenommen werden, wie ich es geplant hatte. Das Problem haben natürlich alle, aber die anderen waren darauf besser eingestellt. Ein paar Trainingsspiele auf den Setups würden da sicher helfen.
  • Alkohol
    Ich hab vor dem ersten Spiel einen Cider getrunken, vor dem zweiten noch einen. Das ist nicht viel, aber hat sicher auch einen Einfluss. Nächstes Mal lass ich das weg.
  • Luft
    Der Raum war klein und stickig. Das schlägt sich auf die Konzentration nieder. Ich blieb so viel Zeit wie möglich drinnen, weil ich zuschauen und lernen wollte. Insbesondere wollte ich meine Gegner studieren. Wirklich viel hat es mir aber nicht gebracht. Das nächste Mal gehe ich öfter raus, besonders vor den Spielen.

Das waren mal die leichten Ursachen, für die ich nichts kann. Nun aber zu den eigentlichen Gründen, warum ich verloren habe. Da gibt es nichts zu beschönigen:

  • Ich war schlicht und einfach unterlegen.
    Meine Gegner hatten wesentlich mehr Erfahrung. Auch wenn ich nicht kampflos unterging, so war ich eindeutig unterlegen und habe verdient verloren. Konkret fiel mir folgendes auf:
  • Plattformen
    Ich spiele am liebsten Final Destination. Dort finde ich mich zurecht, dort ist mir nichts im Weg. Gespielt wurde aber immer Battlefields. Besonders fiel mir auf, dass ich nicht verinnerlicht habe, wie ich Plattformen verlasse. Oft blieb ich an der Kante hängen, obwohl ich runter wollte (von der Plattform rollen geht nicht!). Ab sofort wird Battlefields als Standard definiert. Das verhindert auch häufig auftretende Nicht-Turnier Stages im Online-Play.
  • Up-Smash
    Der ist gleichzeitig meine stärkste Waffe aber auch mein größter Feind. Ich mache ihn viel zu häufig und oft aus Reflex. Er funktioniert auch oft sehr gut und wenn er nicht killt, macht er zumindest „a ton of damage“. aber zu über 50% geht er ins Leere und ein guter Gegner kann ausnutzen, dass ich ewig in einer Animation feststecke (am Turnier wurde ich selten dafür bestraft). Up-Tilt ist oft die schnellere und sicherere Variante. Das muss ich verinnerlingen.
  • Grab
    Ich glaub, ich hab keinen einzigen Grab in allen 4 Spielen gebracht. Nicht einmal versucht. Das ist ungenütztes Potential und wenn mein Gegner das realisiert, muss er keine Grab-Counter behirnen.
  • Boomerang
    Der Boomerang ist mein Lieblingstool. Ich komme damit auch ganz gut zurecht und er ist super nervig für die Gegner. Zwei Dinge fallen mir auf: 1) ich setze ihn gern als Panikwaffe ein. Da er eine relativ lange Anfangsanimation hat ist das aber nicht gut, wenn mein Gegner zu nahe dran ist. Noch schlimmer ist es, wenn der Boomerang grad unterwegs ist. Dann mach ich die lange Animation ohne darauffolgendes Geschoss! 2) Input-Genauigkeit. Ich bin mir nicht sicher, ob das am Lag lag oder ich generell ungenaue Eingaben hab. Wenn ich den Boomerang schräg nach oben oder unten werfen will, mach ich aber viel zu häufig Special-Up oder Special-Down. Das bring mich aus dem Konzept und ist fast immer der strategisch schlechtere Move.
  • Out of Shield Options
    Wenn der Gegner auf den Schild schlägt, ist das meist eine sehr gute Möglichkeit für Konter. Je nach Situation ist nair, grab oder up-b gut. Das nutz ich viel zu selten. Und insbesondere up-b schaff ich sehr häufig nicht, wenn ich es machen möchte. Das lässt mich dann regelmäßig baff zurück, mein Schild schrumpft und mein Gegner grabt. Daran muss ich arbeiten.
  • Short-Hop
    Ich schaffe es nicht, konsistent einen Short-Hop zu machen, wenn ich das will. Das ist insbesondere mit Platformen ein Problem, da ich dann nicht nair unter der Platform mit sofortigen Angriff durchführe, sonder auf der Platform stehe und von unten anfällig bin. Ich muss daran arbeiten, dass ich tatsächlich immer den Sprung mache, den ich machen will. Fortführend soll dann auch fast-fall immer funktionieren, wenn ich es brauche und letztendlich mit Bombe in der Hand kommt z-drop dazu.
  • Edge-Guarding
    Da hab ich noch kein gutes Konzept. Ich beschränke mich meist auf Geschosse. Die erzeugen gut Druck und wirken auch oft. Aber da gibt es so viel mehr Möglichkeiten, die genutzt werden wollen.
  • „Years of Research“
    Das wohl größte Manko zum Schluss: Mir fehlt die Erfahrung gegen die meisten Charaktere. Ich hab schon häufig gegen Inklings gespielt und auch Cloud ist kein Unbekannter (deswegen ging das erste Spiel auch nicht so schlecht), aber von Yoshi hatte ich gar keine Ahnung. Ich denke, ich bin ganz gut darin, Patterns zu erkennen, aber was hilft es mir, wenn ich weiß, dass Yoshi gleich seinen Down-b macht, ich aber nicht weiß, was der beste (oder zumindest ein guter) Konter-Move ist? Videos schau ich schon viele. Ich verschlinge jedes Link-Video. Ich muss aber auch zusehen, wie andere Charaktere funktionieren. Das ist bei 72 Charakteren (bald +4) halt nicht so einfach. Und natürlich hilft hier: spielen, spielen, spielen. Und zwar im Turniernahen Modus. Ich muss also online möglichst bald in Elite-Smash (die quick play Gegner sind meist nicht gut und ich hab schon eine gute Erfolgsrate) und noch viel wichtiger, gute RL Gegner. Am besten mit anschließender Besprechung.

Mir macht das Spiel grad großen Spaß und ich bin richtig motiviert, mich da ordentlich reinzuknien (gut, dass ich nicht schon andere zeitintensive Hobbies hab …). Es wird sicher nicht mein letztes Turnier bleiben und ich freue mich schon drauf, mein Spiel zu verbessern und vielleicht den einen oder anderen Erfolg zu erleben – und sei es nur, nicht letzter zu werden.