SailorMeni in Essen

Vor einigen Monaten wurden wir gefragt, ob wir mit auf die Spiel fahren möchten. Noch etwas unsicher suchten wir uns ein adäquates Mittel, eine derart schwerwiegende Entscheidung zu treffen. Der Würfel besiegelte unser Schicksal, so verbrachten wir das letzte Wochenende (Donnerstag bis Sonntag) in Essen.

Donnerstag, kurz nach Öffnung der Tore, strömten wir mit den Massen.

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Gut dass wir erfahrene Mitspielende hatten, so fanden wir schon bald unser erstes Spiel. Und dann das nächster, und das nächste …

13 Clues
In unserem ersten Spiel ging es darum – wie beim Klassiker Cluedo – herauszufinden, wer mit welchem Gegenstand wo einen Mord begangen hat. JedeR MitspielerIn hat einen eigenen Mord aufzuklären. JedeR hat 5 Karten, wobei man 3 (Ort, Person, Tatwaffe) nicht sieht (die anderen schon) und die restlichen zwei sieht man exclusiv. Abwechselnd darf man eineN MitspielerIn nach gewissen Kriterien befragen („wieviele Frauen, rote Karten, etc. siehst du?“), um sich so dem/der TäterIn anzunähern und schlussendlich aufzuklären.
Fazit: Ok, muss ich aber nicht nochmal spielen.

Raise Your Goblets
Wir sind eine muntere Fantasy-Drinkrunde, wobei jedeR von uns einen geheimen Groll gegen eine andere Person hat. Abwechselnd und verdeckt leeren wir uns Flüssigkeiten (in Form von Markern) – Wein, Gift, Gegengift – in die (nicht einsehbaren) Becher, vertauschen Becher und spielen indivuduelle Sonderregeln. Am Ende wird „getrunken“ und je nachdem, was in dem Becher vor einem drinnen ist gibt es Punkte.
Fazit: Klingt lustig, ist es aber nicht. Möglicherweise mit viel echten Alkohol.

Pandemic – The Cure
Ein verkürztes Pandemie. Die Krankheiten sind durch verschiedenfarbige Würfel mit unterschiedlicher Verteilung gekennzeichnet, die auf 6 Orte (je nach gewürfeltem Ergebnis) verteilt werden. Auch die eigenen Aktionen sind durch Würfel mit Charakterspezifischer Verteilung vorgegeben.
Fazit: Gutes kooperatives Spiel, wird gekauft.

An diesem Punkt trennten wir uns von der Gruppe (und fanden sie auch an dem Tag nicht wieder), um meine gekickstarterten Spiele Snowblind und Revenge of the Dicatators abzuholen (näheres später) und ein bisschen durch die insgesamt 6 Hallen zu bummeln.

Snowblind
Das Thema ist die erste Expedition zum Südpol. Wer als erstes den Südpol mit dem Captain erreicht und mit möglichst viel Crew und übrigem Proviant zum Schiff zurückkehrt gewinnt. Mit jedem Zug wählt man einen Würfel, der für eine limitierte Aktion steht. Dies bedeutet meist, dass man eine Figur und etwas Proviant ein Feld bewegen darf. Danach würfelt man alle angesammelten Würfel und muss eventuell Proviant verzehren. Wenn niemand mehr weitergehen will kommt eine (von 6-8) Nächten, die auch nochmal in Hunger münden kann.
Fazit: Gefällt mir sehr gut. Es entscheiden zwar im Endeffekt die besseren Würfel, aber man kann die Züge fast immer so planen, dass das Risiko gering ist.

Ein Zwischenstopp bei der Fantasy Flight Games Vitrine war natürlich obligatorisch. Dort gab es die nächsten Wellen von Armada und Imperial Assault zu sehen. Besonders eindrucksvoll: Jabba und der Rancor.

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Nisyros
In diesem kooperativen Spiel geht es darum, dem Vulkan zu entkommen und die Befölkerung in Sicherheit zu bringen. Man sammelt jede Runde Ressourcen, um Dämme und Schiffe zu bauen, sowie Leute zur Arbeit zu rufen und Nahrung für die Befölkerung zu ernten. Per Würfel/Zufallskarten wird entschieden, ob die Felder extra Erträge bringen, oder der Vulkan diese Runde heftiger/sanfter ist und mehr bzw. weniger Felder überschwemmt.
Fazit: Solides kooperatives Spiel. Könnte ich mir gut in meiner Sammlung vorstellen.

Natürlich durchstöberten wir den kleinen Comicbereich, wo ich auch gleich schwach – aber glücklich – werde: Jessica Jones Nachschub und Start der Saga Reihe.

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Tag 2 beginnt wieder mit Spielen in der größeren Gruppe. Diesmal der Vorsatz, mehr Fotos zu machen.

Million Club
In diesem Wirtschaftsspiel geht es darum, Industrien anzusammeln, Aktienkurse in die Höhe zu treiben und in Länder zu expandieren. Abwechselnd bedient man eines der 5 Aktionsfelder (wobei jede Runde eines verdeckt und somit nicht einsetzbar ist) mit insgesamt zwei Workern. Wer die Mehrheit eines Feldes hat bekommt einen Bonus obendrauf. Am Schluss gewinnt, wer am meisten Kapital angehäuft hat.
2016-10_essenspiel_013Fazit: Ein nettes Worker Placement Spiel, das auch recht flott gehen kann – sofern der Spieleerklärer nicht ultralangsam erklärt und allen ihre gut durchdachten Züge auch noch ausreden möchte …

Dice City
Mit 5 verschiedenfarbigen Würfeln bedient man ein 5×6 Aktionsraster (Zeile=Farbe, Spalte=Augenzahl). Mit den erwürfelten Ressourcen kann man sich dann bessere Aktions/Siegespunkte-karten auf das Raster kaufen oder mit Kampfaktionen böse Karten für Siegpunkte besiegen.

2016-10_essenspiel_015Fazit: Mulitplayer Solitaire mit hohem Glücksfaktor. Nicht mein Ding.

Colt Express
Wir spielen BanditInnen, die einen 3D-Cardboard Zug ausrauben wollen. Gespielt werden mehrere Runden, wobei eine Runde in mehreren Zügen abgehandelt wird. Ein Zug sieht so aus, dass man in vorgegebener Art (offen, verdeckt, Doppelzug) Aktionskarten ablegt: Gehen, schießen, Loot aufheben, jemandem Loot „rausprügeln“. Wenn alle gelegt sind, wird der Stapel umgedreht und in der Legereihenfolge abgehandelt. Wer am meisten Geld angehäuft hat gewinnt.
Fazit: Sehr nettes und liebevoll designtes Spiel mit RoboRally Effekt.

Ein weiteres Mal streunen wir durch die Hallen und schauen uns exzessiv um. Mich ziehen naturgemäß Miniaturenspiele und Vitrinen an.

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Auf der Suche nach einem schnellen Spiel für zwischendurch probieren wir eines der erstaunlich vielen Fußball Spielen aus.

Super 11
Das Spiel ist sehr simpel gehalten. Ein D6 gibt die Anzahl an Felder and, die man in Summe bewegen darf (wobei die 6 durch ein S11 ersetzt wurde, die eine Aktion und einen anschließenden weiteren Zug bedeutet). Ein Schuss aufs Tor verursacht einen Roll-off. Als Gimmick gibt es die S11 Felder, betritt man ein solches mit dem Ball in der gegnerischen Hälfte zieht man eine Karte mit einem Zufallseffekt (Ballverlust bis Tor, alles drin).
Fazit: Nettes, schnelles Spiel. Großer Würfelfaktor.

Als letztes für den Tag setzten wir uns an einen Legenden von Andor Tisch. Zu unserer Schande haben wir noch nie eine der zahlreichen Versionen des Spiels gespielt.

Die Legenden von Andor
Eine Truppe von AbenteurerInnen zieht aus, um die Welt von bösen Monstern zu befreien (oder was auch immer das gespielt Szenario vorgibt). Man hat pro Tag pro Figur eine gewisse Anzahl an Stunden Zeit, die man für Aktionen (gehen, kämpfen, spezial) ausgeben kann. Am Ende des Tages bewegen die Monster und wollen das Camp überfallen. Zwischendurch treten immer wieder unvorhersehbare Story Events ein.

2016-10_essenspiel_029Fazit: Awesome! Das Spiel ist perfekt für mich und Sylvia: Kooparativ, intelligent designt und starker Flavor-Faktor. Kommt definitiv in die Sammlung!

Nach dem obligatorischen Essen im Steakhaus spielten wir am Zimmer noch eine Runde.

Vaults – Deadbolt
Oceans 11 Style suchen wir uns eine oder mehrere Crews, um Tresore zu knacken. Man nutzt die Sonderregeln der Crew/Tools möglichst gut aus, um Tresore zu knacken (nicht alle haben guten Inhalt!) und Geld anzuhäufen.
Fazit: Solides Spiel mit sehr hübschem Steampunk Artwork

Samstag – Tag 3.Diesmal kommen wir etwas später an und verbringen den ganzen Tag zu zweit.

Rod Hockey
Unter dem Tisch erreicht man Stöckchen, mit denen man Eishockeyspieler in vorgegebenen Bahnen bewegen kann. Ziel ist es den Puck (=Ball) ins gegnerische Tor zu bringen. Erstaunlich schwer, erstaunlich lustig.
Fazit: Sehr unterhaltsam, aber sperrig.

Kurz darauf probierten wir noch ein farbiges Go/4-gewinnt aus, das nach einer Minute endet. Nicht näher erwähnenswert.

Immer wieder liefen wir an den Pandemie-Plätzen vorbei. Wir wollten zumindest noch eines der Cthulhu oder Iberia Varianten ausprobieren. Dabei wurden wir ZeugInnen der Deutschen Pandemie Meisterschaft (man beachte das schlafende Kind).

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Reign of Cthulhu – Pandemic
Statt Krankheits-Klötzchen gibt es Kultisten. Statt den 4 Krankheiten gilt es 4 Portale zu schließen. „Epidemien“ funktionieren so, dass ein Shaggoth erscheint (benötigt 3 Aktionen zum Entfernen), der sich Richtung Portale aufmacht, um große Alte zu beschwören, die in die Spielmechanik eingreifen. Gewisse Trigger verlangen auch Würfelwürfe, die Sanity Verlust nach sich ziehen können. Wenn man 4 Sanity verloren hat, dreht man durch und verliert permanent eine Aktion.

2016-10_essenspiel_035Fazit: Solider Klon, aber das Original ist besser. Ich mag das Thema und die Mechanik der großen Alten. Auf die Würfelei kann ich hingegen gerne verzichten.

Orkensturm
Zwei Teams (Kaiser-Treu & Kaiser-Feindlich) kämpfen darum, dass die Stadt entweder stehen bleibt oder fällt. Gleichzeitig kann nur eine Person gewinnen. Der Ablauf ist simpel. Man bedient jede Runde eine der 5 (6) Aktionsfelder (wobei jede nur einmal besetzt werden darf), die darauf abzielen, Karten zu ziehen und/oder Siegpunkte zu erlangen. Am ende jeder Runde legen alle noch zwei Karten auf einen Stapel (der auch schon Startkarten beinhaltete) und es werden 8 Karten aufgedeckt. Je nach Farbe geht einer der 4 Tracks rauf oder runter. Jedem Team gehören zwei Tracks (Truppen, Schatzkammer oder Orks, Zeit), erreicht eine der Leisten 0 endet das Spiel, das Siegreiche Team erhält einen Bonus und dann werden Siegpunkte verglichen.
Fazit: Nettes Spiel für zwischendurch. Das Beste war wohl der Spielerklärer, der nach 3 Tagen schon ein bisschen durchgeknallt war („Sagt ehrlich, ist das nicht das geilste Spiel, das ihr jemals gespielt habt?“).

Total erschöpft verließen wir schon etwas früher die Messe und besetzten einen Tisch im prall mit SpielerInnen gefüllten Frühstücksraum des Hotels. Nach einer weiteren Runde Snowblind kam der Rest unserer Spielegruppe nach.

Revenge of the Dictators
Wir spielen Karikaturen von DiktatorInnen, die sich in Hawai treffen und kurzerhand beschließen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dazu müssen wir nach Washington D.C. reisen und den amerikanischen Präsidenten überzeugen. Ein Zug besteht aus 3 Aktionen aus gehen, Atombomben entschärfen (notwendig, um den Präsidenten besser zu überzeugen) und total absurde Aktionskarten zu ziehen und spielen (Chuck Norris war z.B. eine der ersten gespielten Karten).

2016-10_essenspiel_041Fazit: Sehr unterhaltsam, wenn auch ziemlich random und mit der Gefahr, sich in die Haare zu kriegen.

Eigentlich wollten wir es nach Samstag bleiben lassen, aber da wir erst jetzt vom Legenden von Andor Promo-Material erfuhren, „mussten“ wir am Sonntag nochmal rein. Die Tatsache, dass wir diesmal tatsächlich sehr früh dran waren, nutzten wir, rannten in die hintere Halle und spielten eine Runde von dem Spiel, das die letzten 3 Tage ständig besetzt war.

Ninja Arena
Wir spielen jeweils einen Ninja, die sich gegenseitig in einer Arena eliminieren wollen. Man „programmiert“ den Ninja verdeckt mit 3 aus 5 Aktionswürfeln. Wer am schnellsten ist, darf sich einen Initiativemarker nehmen. Es gibt schnelle (simpel bewegen, ausweichen), mittlere (Angriffe, komplexere Bewegung) und langsame (haben wir nicht gespielt) Aktionen, die der Reihe nach abgehandelt werden. Last Ninja standing wins, wobei der Sudden Death Modus (wenn eine Runde kein Blut fließt, verlieren die fittesten einen Lebenspunkt) zum schnellen Spiel beiträgt.

2016-10_essenspiel_038Fazit: AWESOME!! Schnell, strategisch, lustig. Perfektes Spiel für Zwischendurch.

Gesamtfazit: Es war ein richtig cooles, wenn auch erschöpfendes Wochenende. Die Chancen stehen gut, das nächstes Jahr zu wiederholen. Wir haben ein paar gute Spiele ausprobiert, wobei hier zwei hervorstechen: Die Legenden von Andor, das wird möglicherweise unser neues Lieblingsspiel zu zweit. Weiters bin ich begeistert von Ninja Arena, ich hab es bereits auf Kickstarter gebackt.

Loot:

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Aussichten: Irgendwann in ferner Zukunft MUSS ich sowas haben!

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3 Antworten zu “SailorMeni in Essen

  1. Hi! Ich glaube, das erste Spiel, dessen Name bei dir als ’nicht reproduzierbar‘ erscheint, war ’13 Clues‘ 🙂

  2. Freut uns das dir Ninja Arena soviel Spaß gemacht hat das du direkt mit von der Kickstarter Partie bist 🙂
    Ja wir hatten quasi die gesamte Messe über ‚full house‘ bei uns am Stand, hätten von uns niemand so wirklich mit gerechnet, aber gut das es dann doch noch geklappt hat mit der Testrunde.

    Gerade für einen kleinen Verlag wie uns ist es wichtig das Menschen die es mögen auch darüber berichten, Freunde und Bekannte aktivieren und so dafür sorgen das wir weitermachen können.
    Deshalb an dieser Stelle ein DANKE für den schönen Post und die Verlinkung / den Support auf Kickstarter.

    MfG
    Sebi
    Team Ninja Arena / 2mt Games

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