Aktgezeichnen

So schnell kann es gehen: Am Samstag war ich auf einer Party eines Freundes, wo ich mit jemanden ins Gespräch kam und meine Kreditkarte zeigte. Am nächsten Tag erhielt ich die Frage, ob dieser Freund meines Freundes meine Kontaktdaten weitergeben dürfte. Einen weiteren Tag später erhielt ich einen Anruf von einem Künstler und gestern posierte ich schließlich nackt vor ca. 20 Leuten. That escalated quickly!

2016-04-13_Aktgezeichnen_02_blog

Als ich mich gestern nach der Arbeit auf den Weg machte, wusste ich noch nicht wirklich was mich erwarten würde. Ich plauderte noch kurz mit Herrn Rothe, bevor wir gemeinsam die steinerne Wendeltreppe des Künstlerhauses hinuntergingen und er mich in den Zeichenraum brachte. Er war ausgelegt mit einem uralten Teppichboden, in der Mitte ein kleines Podest und im Sesselkreis herum saßen fast ausschließlich jung gebliebene Damen.

Ich brachte mein ganzes Zeug (literally) in die kleine Umkleide und dann begann auch schon das Posieren. 2 x 22 Minuten, erst im Stehen, dann 180° gedreht im Sitzen. Großartige Anweisungen herfür gab es nicht.

Richtige Auflockerung setzte in der darauffolgenden 15-minütigen Pause ein. Ich betrachtete einige Ergebnisse – verschiedenste Techniken, die verschiedenste Bereiche meines Körpers aus verschiedensen Winkeln betrachteten – und kam ins Gespräch mit manchen TeilnehmerInnen. Ich durfte die eingeschweißte Gruppe auch fotografieren, da das Aktzeichnen nach über 30 Jahren (manche TeilnehmerInnen sind laut eigenen Aussagen fast ebensolange dabei) vom Künstlerhaus „ausziehen“ muss. Eine Ersatzlocation ist zwar schon gefunden, glücklich über den Umzug ist aber niemand.

Nach der Pause war die Stimmung insofern aufgelockert, dass die TeilnehmerInnen ihre Wünsche laut preisgaben: Haare bitte zusammengebunden, um die Schultern besser zu sehen; liegend in die Richtung schauen, … Mein Übermut resultierte sogleich in einer seitlich liegenden Position, die sich schon nach wenigen Minuten als schwierig entpuppte und mich einen Kraftakt kostete durchzustehen (ich spüre sie immer noch am ganzen Körper). Die letzten 22 Minuten verbrachte ich dann gemütlich im Sitzen (siehe Bild).

Der Abschluss ging dann schnell. Nachdem ich aus der Umkleide kam, waren die meisten TeilnehmerInnen schon weg und ich konnte leider viel weniger Werke bestaunen als ich erhofft hatte. Blieb mir nur noch, mein Honorar abzuholen und mit einem zufriedenen Lächeln nach Hause zu gehen.

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Eine Antwort zu “Aktgezeichnen

  1. Das war doch klar dass die Hüllen irgendwann wieder fallen werden. 😉

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